21. Mai 2009

Auf - in die Nordsee - 20.05.09

Standort:        Norderney     
Luft: 16 °C Position: 53°42,2'N-007°09,9'E
Wasser: 13 °C Kurs:
Luftdruck: 1023 hPa Etmal: 65 sm
Wind: SW 9 kn 
 
Der Wetterbericht hatte Recht: erst kamen noch ein paar Schauer in der Nacht durch und haben das Schiff gespült und am Morgen war alles wieder bestens, denn die Sonne scheint und nun ruft es uns förmlich in die Nordsee. In Hamburg haben wir das Tor zur Welt erreicht; ein Bremer überbrachte den Schlüssel zum Tor und nun passieren wir die Kugelbake in Cuxhaven, das Sinnbild für den Anfang der Nordsee. Da schwimmen wir nun, geht eigentlich genauso, wie auf der Ostsee oder der Elbe. Nur irgendetwas ist anders; ob es wohl das Gefühl ist? Muss ja! Bald ist der vorerst nördlichste Punkte unserer Reise erreicht und bei Scharhörn biegen wir mal kurz ab nach backbord; und jetzt immer Richtung Süden. Aber das mit dem Strom klappt heute wieder nicht, denn obwohl die Karten und Nachschlagewerke es angeben: egal wohin ich fahre, immer setzt der Strom gegen uns. Das ist ja wie mit dem Radfahren, bei dem unsere Kinder auch immer über Gegenwind berichten. Während ich dieses schreibe, sitze ich unter Deck, beobachte genau den Radarschirm und befinde mich seit einiger Zeit querab von Norderney, dem heutigen Etappenziel. Ach übrigens: Wind gab´s heute keinen passenden, denn er kam entweder gegenan oder ist viel zu schwach zum Vorankommen; derzeit Windstärke 2 und glatte See mit RestDünung. Nur 2,5 Stunden zwischendurch konnte ich die Genua ausrollen - zum Unterstützen.
Nun liegen wir hier an der KaiMauer und morgen bekommen wir einen vernünftigen Platz am Schwimmsteg! Gut so!
 
 

20. Mai 2009

19. Mai 2009

ErWin(d) ist da! - 19.05.09

Mit Hilfe des Hafenmeisters und seinem Anruf bei einem
Elektriker/Elektroniker, der auch prompt an Bord erschien, war es heute
soweit, dass der WindGenerator - mein kleines Kraftwerk - endlich ans Netz
gehen konnte. Der Probebetrieb von Hand verlief scheinbar erfolgreich auch
wenn wir momentan nicht genug Wind haben, um den Rotor überhaupt drehen zu
lassen. Auf dem Weg hierher habe ich die Parade der AKW (Stade, Brokdorf,
Brunsbüttel) abnehmen müssen, die zum Teil heute aus Sicherheitsgründen
nicht am Netz sind oder schon für unsere UrUrEnkeln zum Ballast geworden
sind und schon jetzt stillgelegt wurden. Jetzt geht es uns also gleich: die
einen sind lahmgelegt und ich habe keinen Wind. Macht also: keinen Strom aus
diesen Quellen. Sollte ich an diesem sonnigen Tage also über SolarStrom
nachdenken?

18. Mai 2009

Einhand unterwegs - 18.05.09

Standort:        Cuxhaven 
Luft: 16 °C Position: 53°52,5'N-008°42,3'E
Wasser: 15 °C Kurs:
Luftdruck: 1020 hPa Etmal: 28 sm
Wind: SW 15kn 
 
Welch ein Tagesstart: Vögel zwitschern, die Sonne scheint, der Himmel blau und mich treibt es raus aus dem Hafen. Schon etwas bevor der Strom kentert - aber das soll gut so sein, denn die Wettervorhersage (Böenwarnung) sagt für den Tagesverlauf Verschlechterung voraus. Da ich nochmal des Motor testen will (bleibt diesmal alles Öl drin - alles fest verschlossen?) juckelt der den ganzen Weg und ich teste derweil auch den Autopiloten (elektrisch) und den 2. Heck-Korb-Sitz, den Menny von meinem Vater geschenkt bekam. Auch ich sage: DANKE! Leider habe ich wieder - wie schon zu oft - die aufkommende Kälte zu spät entdeckt und zu spät mehr angezogen. So musste ich einen ganzen Teil des Weges frieren, denn so lange es bei meinem dicken Fell dauert anzukühlen, so lange dauert das Aufheizen wieder. Eine Tasse heiße Suppe im Hafen hilft. Ansonsten bleibt nur zu erwähnen, dass der Hafenmeister trotz Schildes an der Tür in keiner Weise irgendwie pünktlich war und so sind viele Segler pflichtbewusst immer wieder an seine verschlossene Tür gedackelt. Ich auch. Morgen gibt es einen "Ruhetag" hier.

Westwärts - 17.05.09

Standort:        Glückstadt 
Luft: 15°C Position: 53°47,0'N-009°25'E
Wasser: 15°C Kurs:
Luftdruck: 1016hPa Etmal: 29sm
Wind: OSO 15kn 
 
Gut geschlafen und von der Sonne geweckt: der heutige Tagesstart in Hamburg. Wir haben Zeit, denn wir möchten den Tidenstrom mitnehmen, der uns schnell ans Ziel helfen soll. Und so genießen wir erstmal die Sonne und frühstücken in Ruhe. Nach einer spannenden Fahrt durch den Hamburger Hafen mit all seinen Fähr-, Ausflugs-, Hafenrundfahrt- und Containerschiffen setzen wir erstmals auf unserem Törn die Segel und gleiten an den Nobelvororten vorbei.
Der Wetterbericht behält dann aber Recht und nach dem Start im T-Shirt folgen nun zeitlich etwas versetzt: Pullover, Fleece und schließlich noch das neue Ölzeug. Na gut, auch das soll Hamburg sein. "Schietwetter" sagt der Einheimische dazu und zieht die Mütze weiter in die Stirn - und das machen wir auch! Morgen bekommen wir auch wieder Wetter - mal sehen welches!
Heute nun wird Menny von Bord gehen und ich bin dann als Einhandsegler unterwegs. Aber höchstens bis Porto, dann wird sie wieder an Bord kommen und wir werden gemeinsam den weiteren Atlantik in Angriff nehmen. Aber vorher sind wir als Familie nochmal schön essen gegangen :-))

17. Mai 2009

Los geht's!

Standort:        Hamburg City Sporthafen 
Luft: 19°C Position: 53°32'N-009°58'E
Wasser: 13°C Kurs:
Luftdruck: 1018 hPa Etmal: 11 sm
Wind: S 4 kn 
 
Danke allen, die dabei waren, für den tollen Abschiedsabend, die vielen guten Wünsche, die vielen Umarmungen und die tollen Geschenke. So fällt das Loslassen gar nicht mehr so schwer!
 
Und gestern hieß es nun zum ersten Mal auf dieser Reise: Leinen los. Welch ein Moment!! 2 stehen auf dem Steg und winken und die 2 auf dem Boot winken auch, bis uns ganz langsam der Wind vom Steg entfernt und Mirmel Fahrt aufnimmt. Es geht raus auf die Elbe in die falsche Richtung, denn erstmal fahren wir unter Motor nach Hamburg, dieser Heimathafen steht auf unserem Heck. Wir liegen im City Sporthafen am Baumwall direkt vor der Kehrwieder-Spitze! Da wollen wir auch gern wieder hin und diese Spitze wieder sehen. Doch zunächst möchten wir gerne 2 Gutscheine in einer TapasBar einlösen, was uns denn auch gelingt aber wir ziehen sofort weiter in die nächste und Menny trifft eine vorzügliche Auswahl. Daran werden wir nun auf unserem Weg alle anderen Tapas messen. Nun warten wir in der Morgensonne auf den richtigen Wasserstand und dann geht es in Richtung West!

14. Mai 2009

Meister-Heck-Sitz

Schon lange hatte ich die Idee, einen Heck-Korb-Sitz auch bei mir an Bord zu haben - so wie die Yachten der Premium-Klasse. Und nun habe ich einen und das kam so: auf der Überführung durch den Nord-Ostsee-Kanal bat ich meinen Vater, mir beim Überlegen der richtigen Konstruktion eines solchen Sitzes behilflich zu sein. So diskutierten wir verschiedene Möglichkeiten der sicheren Befestigung, der perfekten Höhe, des passenden Gewichtes, des geeigneten Materials und die vielen anderen Sachen, die wir bedenken wollten. Darüber wollten wir nachdenken. Doch am nächsten Tag schon war mein Vater an Bord mit Schablonen und Entwürfen und begann mit der Fertigung. Nach tagelanger Arbeit mit solidem Teak entstand nun dieser Sitz von Meisterhand! Er passt super an den gewünschten 4 Stellen und lädt schon im Hafen zu ersten SitzPausen ein. Herzlichen Dank!