21. Mai 2009
TankLaster - 21.05.09
Standort: Norderney
| Luft: | 20 °C | Position: | bekannt |
| Wasser: | 13 °C | Kurs: | 0° |
| Luftdruck: | 1014hPa | Etmal: | 0sm |
| Wind: | keiner |
Ein Landtag beginnt mit einem Spaziergang zum Erkunden des Ortes - so war es auch heute und wohl nicht wieder. Geschultert hatte ich auch noch alles Equipment zum Besuch der hiesigen Badeanstalt und für den Fall der Fälle Regenzeug. Und was auf dem Stadtplan so eng gemalt ist und nah erscheint entpuppt sich als weitläufig: also ne Wanderung. Dann kann ich ja nach dem Rückweg vom Baden gleich zum Duschen durchgehen - macht also keinen Sinn! Trotzdem über den Deich geguckt und das Wasser gesehen, auf dem ich gestern war; nun in den Kurpark, wo das KurparkOrchester -so alt wie die Zuschauer auf den Plätzen - gerade "Zur Schönen Blauen Donau" beginnt. Auf dem Rückweg zum Schiff suche und finde ich eine Tankstelle und beschließe, dass heute TankTag wird. Zur Sicherheit habe ich mir vorgenommen, nur an Auto-Tankstellen meinen Diesel zu holen, denn dieser Kraftstoff ist für empfindliche Motoren gemacht und hat eine kurze Verweildauer im Tank der Tankstelle. Schiffstankstellen genießen einen zweifelhaften Ruf und das je südlich, um so mehr. Aus Spaß erzählt man sich von Teerklumpen und Wasser im Diesel. Und wie immer, ist auch da wohl ein Fünkchen Wahrheit verborgen und das wäre so ziemlich mies für meinen Motor. Drum wuppe ich lieber Kanister. Heute: 3 x mit dem Rad zur Tanke und zurück und einfüllen. Macht 90 Minuten für 60 Liter. Schön, dass ich Zeit habe. Und jetzt ist das Fahrrad aufgebaut und ich liege immer noch an der Kaimauer und habe zweifelsfrei den kürzesten Weg in die Stadt. Nun wisst Ihr, wo ich gleich bin. Mit dem Rad und guter Laune!
Auf - in die Nordsee - 20.05.09
Standort: Norderney
| Luft: | 16 °C | Position: | 53°42,2'N-007°09,9'E |
| Wasser: | 13 °C | Kurs: | 0° |
| Luftdruck: | 1023 hPa | Etmal: | 65 sm |
| Wind: | SW 9 kn |
Der Wetterbericht hatte Recht: erst kamen noch ein paar Schauer in der Nacht durch und haben das Schiff gespült und am Morgen war alles wieder bestens, denn die Sonne scheint und nun ruft es uns förmlich in die Nordsee. In Hamburg haben wir das Tor zur Welt erreicht; ein Bremer überbrachte den Schlüssel zum Tor und nun passieren wir die Kugelbake in Cuxhaven, das Sinnbild für den Anfang der Nordsee. Da schwimmen wir nun, geht eigentlich genauso, wie auf der Ostsee oder der Elbe. Nur irgendetwas ist anders; ob es wohl das Gefühl ist? Muss ja! Bald ist der vorerst nördlichste Punkte unserer Reise erreicht und bei Scharhörn biegen wir mal kurz ab nach backbord; und jetzt immer Richtung Süden. Aber das mit dem Strom klappt heute wieder nicht, denn obwohl die Karten und Nachschlagewerke es angeben: egal wohin ich fahre, immer setzt der Strom gegen uns. Das ist ja wie mit dem Radfahren, bei dem unsere Kinder auch immer über Gegenwind berichten. Während ich dieses schreibe, sitze ich unter Deck, beobachte genau den Radarschirm und befinde mich seit einiger Zeit querab von Norderney, dem heutigen Etappenziel. Ach übrigens: Wind gab´s heute keinen passenden, denn er kam entweder gegenan oder ist viel zu schwach zum Vorankommen; derzeit Windstärke 2 und glatte See mit RestDünung. Nur 2,5 Stunden zwischendurch konnte ich die Genua ausrollen - zum Unterstützen.
Nun liegen wir hier an der KaiMauer und morgen bekommen wir einen vernünftigen Platz am Schwimmsteg! Gut so!
19. Mai 2009
ErWin(d) ist da! - 19.05.09
Mit Hilfe des Hafenmeisters und seinem Anruf bei einem
Elektriker/Elektroniker, der auch prompt an Bord erschien, war es heute
soweit, dass der WindGenerator - mein kleines Kraftwerk - endlich ans Netz
gehen konnte. Der Probebetrieb von Hand verlief scheinbar erfolgreich auch
wenn wir momentan nicht genug Wind haben, um den Rotor überhaupt drehen zu
lassen. Auf dem Weg hierher habe ich die Parade der AKW (Stade, Brokdorf,
Brunsbüttel) abnehmen müssen, die zum Teil heute aus Sicherheitsgründen
nicht am Netz sind oder schon für unsere UrUrEnkeln zum Ballast geworden
sind und schon jetzt stillgelegt wurden. Jetzt geht es uns also gleich: die
einen sind lahmgelegt und ich habe keinen Wind. Macht also: keinen Strom aus
diesen Quellen. Sollte ich an diesem sonnigen Tage also über SolarStrom
nachdenken?
Elektriker/Elektroniker, der auch prompt an Bord erschien, war es heute
soweit, dass der WindGenerator - mein kleines Kraftwerk - endlich ans Netz
gehen konnte. Der Probebetrieb von Hand verlief scheinbar erfolgreich auch
wenn wir momentan nicht genug Wind haben, um den Rotor überhaupt drehen zu
lassen. Auf dem Weg hierher habe ich die Parade der AKW (Stade, Brokdorf,
Brunsbüttel) abnehmen müssen, die zum Teil heute aus Sicherheitsgründen
nicht am Netz sind oder schon für unsere UrUrEnkeln zum Ballast geworden
sind und schon jetzt stillgelegt wurden. Jetzt geht es uns also gleich: die
einen sind lahmgelegt und ich habe keinen Wind. Macht also: keinen Strom aus
diesen Quellen. Sollte ich an diesem sonnigen Tage also über SolarStrom
nachdenken?
18. Mai 2009
Einhand unterwegs - 18.05.09
Standort: Cuxhaven
| Luft: | 16 °C | Position: | 53°52,5'N-008°42,3'E |
| Wasser: | 15 °C | Kurs: | 0° |
| Luftdruck: | 1020 hPa | Etmal: | 28 sm |
| Wind: | SW 15kn |
Welch ein Tagesstart: Vögel zwitschern, die Sonne scheint, der Himmel blau und mich treibt es raus aus dem Hafen. Schon etwas bevor der Strom kentert - aber das soll gut so sein, denn die Wettervorhersage (Böenwarnung) sagt für den Tagesverlauf Verschlechterung voraus. Da ich nochmal des Motor testen will (bleibt diesmal alles Öl drin - alles fest verschlossen?) juckelt der den ganzen Weg und ich teste derweil auch den Autopiloten (elektrisch) und den 2. Heck-Korb-Sitz, den Menny von meinem Vater geschenkt bekam. Auch ich sage: DANKE! Leider habe ich wieder - wie schon zu oft - die aufkommende Kälte zu spät entdeckt und zu spät mehr angezogen. So musste ich einen ganzen Teil des Weges frieren, denn so lange es bei meinem dicken Fell dauert anzukühlen, so lange dauert das Aufheizen wieder. Eine Tasse heiße Suppe im Hafen hilft. Ansonsten bleibt nur zu erwähnen, dass der Hafenmeister trotz Schildes an der Tür in keiner Weise irgendwie pünktlich war und so sind viele Segler pflichtbewusst immer wieder an seine verschlossene Tür gedackelt. Ich auch. Morgen gibt es einen "Ruhetag" hier.
Westwärts - 17.05.09
Standort: Glückstadt
| Luft: | 15°C | Position: | 53°47,0'N-009°25'E |
| Wasser: | 15°C | Kurs: | 0° |
| Luftdruck: | 1016hPa | Etmal: | 29sm |
| Wind: | OSO 15kn |
Gut geschlafen und von der Sonne geweckt: der heutige Tagesstart in Hamburg. Wir haben Zeit, denn wir möchten den Tidenstrom mitnehmen, der uns schnell ans Ziel helfen soll. Und so genießen wir erstmal die Sonne und frühstücken in Ruhe. Nach einer spannenden Fahrt durch den Hamburger Hafen mit all seinen Fähr-, Ausflugs-, Hafenrundfahrt- und Containerschiffen setzen wir erstmals auf unserem Törn die Segel und gleiten an den Nobelvororten vorbei.
Der Wetterbericht behält dann aber Recht und nach dem Start im T-Shirt folgen nun zeitlich etwas versetzt: Pullover, Fleece und schließlich noch das neue Ölzeug. Na gut, auch das soll Hamburg sein. "Schietwetter" sagt der Einheimische dazu und zieht die Mütze weiter in die Stirn - und das machen wir auch! Morgen bekommen wir auch wieder Wetter - mal sehen welches!
Heute nun wird Menny von Bord gehen und ich bin dann als Einhandsegler unterwegs. Aber höchstens bis Porto, dann wird sie wieder an Bord kommen und wir werden gemeinsam den weiteren Atlantik in Angriff nehmen. Aber vorher sind wir als Familie nochmal schön essen gegangen :-))




