9. März 2011
Wir singen: Mexiko, Mexiko-ho-ho
Etappe: 579 sm insgesamt
Wind: erst um 21 kn aus OSO
Luft: 27 Grad meist sonnig
Wasser: 27 Grad
Angekommen!!!!!!!!!!! Und ich singe die ganze Zeit schon ein Lied, dessen Melodie ich nicht kenne: Mexiko, mexiko-o-ho-ho..... und jedesmal wird es irgendwie anders. Aber ich habe Spaß und kein Mensch hört mich da draußen!!
Fest an 5 Leinen in Puerto Morelos, 25 km südlich von Cancun und auf dem Festland vor Cozumel.
Per Funk kündige ich mich an und eine nette DamenStimme bittet mich förmlich in die Marina an Steg A Platz 4, denn es ist noch viel Platz da!! Und so liege ich an einem FingerSteg, an den ich noch einmal anlegen könnte: Steg A ist für die ganz großen Yachten und Platz 4 eben nicht für die 3 allergrößten...... wenn wir bloß 2 Mirmels gekauft hätten....... Ich darf aber nicht an Land, denn ich komme aus Kolumbien und das heisst: einklarieren. Formulare habe ich schon ausgefüllt (werden ganz konsequent gebracht und wieder abgeholt) und nun warte ich ab, was da so passiert. Alle kommen zu mir und das spart viel Zeit - hoffe ich. Danach auf dem Programm: die erste und zweite SüßwasserDusche seit dem 29.01.2011 (da ist ja schon auch das Jahr noch wichtig!), Anmelden im Marina Office und Bändchen abholen, denn ich bin hier ja Gast im "Hotel", zu dem die Marina gehört(!!) - "Welche ZimmerNummer, bitte?" - "Mirmel, BugSpitze 1!", PoolBaden und am Ende: etwas Essen und ganz ganz früh zu Bett - Bugspitze 1. Aber so ist es allemal besser als noch eine Nacht auf See mit etwas mehr Schlaf und morgiger Ankunft - finde ich!!
Auflösung der internationalen Vereinbarung des Bergfestes: 1.: Der Herr Strom hat zugesagt, niemals auf der RestStrecke gegen uns zu sein und hat sofort den Sog angeschaltet. 2.: Frau Welle hat beschlossen, keine RiesenDinger, die uns bei der Weiterfahrt stören können und keine Kreuz- und QuerSeen zu schicken. Und 3.: Ich habe mich verpflichtet, so schnell wie möglich anzukommen und voll aufs Tempo zu drücken, damit die Beiden wieder machen können, was sie wollen. Wozu doch so ein Bergfest gut ist.....
Schnelle Fahrt mit dunklen Knoten - 08.03.2011
Etappe: 579 sm insgesamt
bereits beschafft: 533 sm
Rest um 7.55 Uhr 46 sm
Wind: erst um 15 - dann um 23 kn aus OSO
Luft: 27 Grad meist sonnig
Wasser: 27 Grad
Es zeichnet sich seit dem Bergfest (mit der geheimen internationalen Vereinbarung) ab, dass das hier heute eine sehr flotte Fahrt wird. Immer wieder rauscht Mirmel los und fängt an zu surfen. So haben wir in den letzten 24 Stunden seit dem Bericht 154 sm (das ist neuer Rekord für unser Team) im Kielwasser gelassen. Und damit uns - obwohl wir genau nichts zu gucken haben - überhaupt nicht langweilig wird: wie in den letzten Tagen auch: verschwindet die Sonne, dann schickt sie uns dunkle Windknoten ins Schwarze der Nacht. Heute durften wir zusätzlich so 7 - 8 kn mit den Segeln beschäftigen. Jo, und damit der Skipper kaum etwas Schlaf bekommt, haben wir denn auch "SchmetterlingsSegel" (eines backbords und das andere steuerbords), ein besonders empfindlicher Kurs, denn hier darf Mirmel nun nicht so sehr aus dem Kurs ausbrechen, weil sonst die Segel "Gegenwind" bekommen und sehr heftig schlagen und das geht voll aufs Material. Auch nicht bei 3 m hohen Wellen. Nun gut, der Preis dieser Nacht ist recht hoch - aber der der nächsten um so schöner: da sind wir im Hafen!!!!! Derzeit fahren wir im Lee der Insel Cozumel, die nur sehr sehr flach ist und haben den in der Karte angezeigten Strom mit uns!! Feine Sache und "flott flott ins Häfchen"!!
Damit ich das nicht vergesse: Statt der "einteiligen SegelUniform" heute nacht (recht frisch!!!) nun zum ersten Mal seit .....: lange Jeans und FleeceJacke....... Hey, noch sind das hier die Tropen!!
8. März 2011
Bergfest mit Gaesten! - 07.03.2011
Etappe: 579 sm insgesamt
bereits beschafft: 379 sm
Rest um 7.55 Uhr 200 sm
Wind: erst um 7 - dann um 15 kn aus O
Luft: 28 Grad Sonne pur
Wasser: 28 Grad
Um 17.45 ist es soweit: der Skipper, die Offiziere und alle Matrosen versammeln sich im Cockpit und nehmen im Halbkreis Aufstellung, in der Hand haben wir einen frischen Cola-Rum mit Limette und auf mein Signal hin stossen wir miteinander an: Bergfest!!! Die erste Hälfte der Etappe ist geschafft. Rest nur noch 289 sm!! Plötzlich erhalten wir weiteren Besuch an Bord: Herr Strom und Frau Welle haben sich ebenfalls eingeladen. Wir freuen uns und heissen sie willkommen, denn mit denen könnten wir mal etwas aushandeln. Nachdem auch sie ihren Schluck bekommen haben, schildere ich die Situation und auch die Tatsache, dass sie auf der Reise meistens gegen uns gewesen sind. Ich bitte doch nun, endlich mal die Seiten zu wechseln und mal mit uns zu sein und etwas zu helfen. Wir diskutieren das Für und Wider und einigen uns...... haben aber, wie es sich wohl auch gehört "Stillschweigen" vereinbart, bis wir am Ziel angekommen sind. Weitere nennenswerte Vorkommnisse gibt es nicht, denn dass morgens ehemals fliegende Fische von Deck gesammelt werden, die Instrumente und der Skipper immer schön aufpassen, der Smutje sich wirklich abrackert und der Rest der Manschaft nicht meutert: ist doch normal!! Nur die Temperaturen sind es nicht mehr: So weit im Norden wie jetzt, sind wir die letzten 15 Monate nicht mehr gesegelt und heute Nacht konnte ich es spüren: die Temperaturen fallen. Hoffentlich nur nachts!!
7. März 2011
Ankern und Baden auf hoher See - 06.03.2011
Etappe: 579 sm insgesamt
bereits beschafft: 239 sm
Rest um 7.55 Uhr 340 sm
Wind: erst um 10 - dann um 7 aus O
Luft: 28 Grad Sonne pur
Wasser: 28 Grad
Irgendetwas stimmt mit meinem AbwasserTank nicht. Denke ich jedenfalls und um das vom Wasser aus zu überprüfen, muss ich mal Mirmel bitten, ganz still zu liegen und nicht weiter zu fahren. Sonst bade ich etwas sehr lange..... und Mirmel reist ohne Skipper..... Wir fahren so unter Maschine seit einigen Stunden und das Wasser ist sehr tief, sehr viel tiefer jedenfalls als meine Ankerkette und alle Festmacher zusammen lang sind. Aber wir sind unterwegs zur Gorda Bank, einer Stelle, mitten im Meer und über 100 km von der Küste entfernt, die nur sehr flach ist. Bei 17 m Tiefe erkenne ich schon gut den Grund und als wir auf 12 m ankommen, gebe ich das Kommando zum Ankern! Das befolge ich dann auch strikt. Glasklares warmes Wasser, das hellblau-türkis erscheint lädt auch zum Baden ein. So bewaffne ich mich mit den SchnorchelUtensilien und einigen vorbereiteten Werkzeugen und gehe baden. Schön warm ist es und meine Untersuchungen bringen zu Tage: ich weiss nicht, ob mein Tank voll ist oder leer und habe hier keine Chance, das herauszufinden. Das werden nun die nächsten Tage zeigen ..........
Ansonsten verlief der Tag reichlich zu ruhig, denn der Wind ging bis auf 5 kn zurück und das reicht hier zum Segeln gerade mal nicht mehr aus, denn der vorhandene Schwell lässt nur die Segel in der Sonne schlagen - so motoren wir lustig und einsam durch die Gegend - und inzwischen ist das Wasser längst wieder über 1.000 m tief!!!! Die Nacht verläuft völlig ruhig - nachdem wieder 3 Dampfer durch sind und einige Fischer am Rande meines Weges den Fischen nachstellen.
6. März 2011
SuperSegeln - 06.03.2011
Etappe: 579 sm insgesamt
bereits beschafft: 125 sm
Rest um 7.55 Uhr 454 sm
Wind: erst um 10- dann um 7 und wieder um 10 aus
O
Luft: 28 Grad Sonne pur
Wasser: 28 Grad
Das haben wir ja fein hinbekommen: pünktlich 5 Minuten vor der Zeit sind wir wieder unterwegs und verlassen die Ankerbucht mit 11 verbleibenden Booten vor Providencia, denn das Wetter soll nun passen für die nächsten Tage: Unter Vollzeug fegt Mirmel über das Wasser, obwohl wir so wenig Wind haben und daher auch etwas durchgeschaukelt werden. Auf diesem Kurs - halber Wind - reichen Mirmel schon 12 kn Wind, um die Rumpfgeschwindigkeit zu erreichen: 7,2 kn!! Leider hält das nicht so lange vor und wir werden wieder viel langsamer, denn der Wind schläft fast ein. Erst zur Nacht, völlig ohne Mond, frischt er wieder etwas auf und so gleiten wir auch durch das Meer der unendlich vielen Sterne, die wenigstens so stark leuchten, dass der Horizont trotzdem zu erkennen ist. Nur 3 Schiffe sehen wir den ganzen Tag über und die innerhalb von einer NachtStunde. Prima organisiert!! Der Morgen erwacht, die Sonne scheint wieder ab Aufgang und der Wind verlässt uns zunächst. Wie lange?? Wir werden schon noch ankommen!! Nun heißt es weiter: dösen, ruhen und wachen im Wechsel
5. März 2011
Alle Strassen - 03./04.03.2011
Etappe: - sm insgesamt
Wind: um 12 kn aus NO
Luft: 28 Grad sehr sonnig
Wasser: 27 Grad
Wieder geht es früh hoch, denn heute möchte ich mir einen MotorRoller mieten und eine InselRundfahrt unternehmen. Mein Ziel ist einfach: ich möchte alle Straßen befahren. Das Mieten ist einfach: Zettel ausfüllen, keine Papiere zeigen, Schlüssel rein, starten, aufsitzen und los!! Ganz ganz langsam tuckere ich mit dem Ding los, damit ich auch wirklich keine Straße übersehe: erstmal zur unbedeutenden Maracaibo Bay (nicht die große Schwester in Venezuela) und dann wieder auf der Hauptstraße zurück, denn das war ein abgehender Ring und mir fehlen ca. 500 m, wieder kehrt und am Flughafen vorbei, durch leuchtend grüne Wiesen an sanften Hängen, an fressenden Kühen vorbei und kleinen bunten Häusern, dem Rocky Point und der kleinen SmoothWaterBay. Abbiegen zur ManchaneelBay und das legendäre "Roland`s" finden, in dem der RastaMan noch auf der Hängematte döst und mir ein herzliches "welcome" zuruft. Urig ist es hier und alles nur gestapelte Natur, und doch ist die Bar zu erkennen. Wäre dort nicht ein Neubau in Gange: wir wären alleine hier am ganzen schmalen Strand. Zurück auf der Hauptstraße folgt nun eine kleine Ortschaft und ich habe 2 weitere Straßen zu absolvieren. Draußen sitzen vor den Häusern Jung und Alt und scheinen zu dösen, zu schlafen, zu spielen oder zu träumen. Die halbe Runde ist geschaftt und ich bin schon am Abzweiger zur SouthWestBay: malerisch schön ist es hier und ich lasse das Moped mal am Straßenrand stehen. Im hier befindlichen Hotel an der Bar, na klar direkt am Wasser, finde ich wieder meine Nachbarn als einzige Gäste und setze mich gerne auf eine Cola zu Ihnen, wandere den ganzen langen Strand mit ihnen hin und zurück. Palmen und andere Bäume spenden hier Schatten und breit ist der Strand wirklich nicht. Im Grünen versteckte RestaurantBuden gibt es hier einige und sicher wartet man auf Touristen, die aber heute nicht da sind. Ausgelassene Ruhe liegt über dem Ozean und dem sandigen Ufer. Wir sehen den geschäftigen Fischern und den Pelikanen und anderen Vögeln zu und auch wir beginnen zu träumen. Die beiden kleinen FelsInseln da hinten..... das Grün der Palmen vor dem Meer .... ganz gewiss kommt hier niemals Hektik auf. Eine Oase der Einsamkeit am Meer und der, wie es scheint, ewigen Ruhe. 14 Zimmer zu ebener Erde keine 30 m vom Meer entfernt hat dieses Hotel. Oder ist es doch ein Sanatorium?? Nach einiger Zeit raffen wir uns auf aus der Passivität und fahren weiter. Halt! Hier geht noch eine kleine Straße ab, auch diese Sackgasse muss ich haben! In der FreshWaterBay finde ich dann einige kleine und winzige Hotels an der Hauptstraße und besuche auch hier den Strand, der wenig attraktiv ist, weil irgendwie schmuddelig. Ganz vereinzelt liegen auch hier wenige Urlauber ohne eine Spur von Aktivität auf ihren weißen Liegen. Lazy Hill und dann der total einsame winzige Strand der MandelBucht - das war aber schon mehr ein Fußgängerweg, den ich da befahren habe - folgen auf dem gewundenen Weg zum Hauptort Santa Isabel. Hier nun ist meine InselRundfahrt zu Ende. Hinter mir liegen 3 interessante Stunden und vielleicht etwas mehr als 20 km. Wahrhaftig ist diese Insel total urspünglich und in keiner Weise durch einen Tourismus geprägt. Es gibt kein FastFoodRestaurant und kein Casino, ganz ganz wenige Autos (auf der ganzen Runde habe ich außerhalb von Santa Isabel nur 4 fahrende gesehen), eine nicht immer 2spurige Inselstraße und viel viel Ruhe!
Am Abend dann treffen sich einige Segler im Restaurant zum CrabSoupEssen und ich erfahre, dass nicht einmal Kolumbianer sich hier einfach ansiedeln dürfen. Das erzählt mir Laura, die Kolumbianerin, die mit Russel zusammen segelt und hier 10 Jahre lang gearbeitet hat. Die beiden hatten Menny und ich schon bei einer privaten CocktailParty auf La Gomera getroffen. Ist die Welt so klein und schön ..... wie diese Insel??
Heute nun ist reine Vorbereitung auf die nächste lange Etappe angesagt, Mirmel wird innen und außen wieder entsprechend hergerichtet, der Skipper geschont, der Papierkram erledigt und letzte Einkäufe herangeschleppt. Morgen früh geht es dann auf 579 sm (gut 1070 km) bis nach Mexico!!
3. März 2011
Dickes Goetterbild - 02.03.2011
Etappe: - sm insgesamt
Wind: um 15 kn aus NO
Luft: 28 Grad meist sonnig
Wasser: 27 Grad
Früh geht es wieder aus den Federn, denn ich will heute einiges schaffen: Diesel volltanken heisst die heutige Aufgabe neben anderen. Ich setze mit dem Dinghi über an Land und entdecke den Dicken, der mir schon neulich eine MopedFahrt als Taxi angeboten hatte: den nehme ich auch, denn er macht einen sympathischen Eindruck. Hier sind alle fast ganz schwarz. Er kämpft sicher noch eine GewichtsKlasse über mir und wir sitzen also zu zweit mit den leeren Kanistern auf seinem kleinen Moped. Kaum kommen wir noch die kleinen Erhebungen hinauf - so stöhnt seine alte Maschine und die Kupplung quietscht. Aber wir erreichen die Tankstelle und ich habe wieder 40 Liter Diesel bei mir. Nun wieder zurück: diesmal noch voller beladen!! Es geht irgendwie: er nimmt einen Kanister auf den Tank und ich halte einen in der rechten Hand. Gott, wird der schwer mit den Metern!! Jetzt ächzt sein Moped aus vollen Tönen und wir geben sicher ein drolliges Bild ab! Ein Bild für die Götter: 2 Dicke auf einem kleinen Moped mit 40 Litern Diesel!! Na klar werden wir laufend von anderen Mopeds überholt - Autos gibt es hier nur ganz wenige!! Ob er jemals so viel Gewicht befördert hat?? Egal: wir kommen heil wieder am DinghiDock an. Puuuhhh!! Dann schnell die Kanister an Bord von El Lino und erst einmal DorfRundgang, denn es gibt auch noch andere Aufgaben: Internet gucken - geht nicht: ist voll, dann also Lisa suchen und siehe da: sie ist tatsächlich da und einsatzbereit!! Schön, dass Lisa (60 +) wieder aufgetaucht ist!! Sie verpasst mir eine vernünftige Frisur!! Dann kann ich kurz ins Internet zum "Wettergucken" - danach wird der Druck der Wartenden zu groß. An Bord dann: Diesel einfüllen, Benzin für den Außenborder auffüllen und Reserve in der gereinigten ColaFlasche mitnehmen und wieder los: 2. Tour. Diesmal erwische ich einen richtig kleinen und dünnen TaxiMopedFahrer und flott sind wir wieder an der Tankstelle in 1,5 km Entfernung. Es geht doch auch so! Doch diesmal muss ich allerdings beide Kanister in der Hand halten: 20 kg links und 20 kg rechts: das macht lange Arme!! Mittag und Siesta sind die Belohnung!! Wieder an Land zum Einkaufen (3. Tour), denn ich habe die deutschen AnkerNachbarn (4 Leute: Renate, Bernd, Heinz und Bernhard -alle 70 und 75 +) zum "Bier um 5" eingeladen und möchte sie überraschen, denn sie überraschten mich auch neulich mit einer Einladung zum Essen, als es KrebsFleisch gab (mein Portmonnaie blieb zu): Es gibt neben dem Bier auch noch Carpaccio vom Rind mit Parmesan, geröstetes Brot und gebratene ChorizoViertel mit in Weißwein gedünsteten angebratenen Zwiebeln und Knoblauch. (Unsere Töchter vermissen hier sicher die PreisAngabe in meinem nicht existierenden Restaurant!!: 8,50 pro Nase als Sonderpreis!!) Alle sind ziemlich satt und glücklich und nette 2 Stunden an Bord von Mirmel sind es auch!! "Segeln vor Anker" ist auch wunderbar!!
1. März 2011
MexicoLeseTag ohne Lisa - 01.03.2011
Etappe: - sm insgesamt
Wind: um 15 kn aus NO
Luft: 28 Grad sonnig
Wasser: 27 Grad
Jetzt weiß ich endlich, dass Lisa weg ist und meine Wege zu ihr vergebens. Lisa fehlt mir für mein Wohlbefinden!! Wie lange Lisa nicht zur Arbeit kommt und wo sie ist, weiss ihr ShopNachbar allerdings nicht. So bleiben meine NackenHaare eben erst einmal ungepflegt und der FriseurBesuch wird verschoben. Mr. Bush brauchte noch eine Fotokopie. Die hat er nun und alles sollte in Ordnung sein. Den Rest des Tages darf ich also lesend verbringen, denn ich muss ja nun bald mal an Mexico denken, denn das soll mein nächstes Ziel sein. Als erstes stelle ich fest, dass mich der CopyShop noch einmal intensiv sehen wird, denn die EinreiseBestimmungen für Mexico sehen vor, dass ich jede Menge Kopien meiner Unterlagen mitbringen muss. Dann ist das eben so und weitere Kopien sind fällig und kosten hier sage und schreibe 8 EuroCent pro Stück und werden für mich gemacht! "Dürfen es etwas mehr Kopien sein?" "Gerne!" Natürlich muss auch noch ein InternetAnschluss her, denn ich will ja einigermaßen aktuell informiert sein: mein kleiner Laptop zeigt mir allerdings im Dorf kein offenes Netz an und so werde ich morgen ins InternetCafe gehen, in dem es leider keinen Kaffee gibt. Aber es ist schon toll, was hier alles existiert, denn auf der Insel leben nicht einmal 6.000 Menschen.
Nochmal zu gestern? Ich hatte mir zum Abendessen "LandKrabben creolisch" ausgesucht, denn hier soll es eine seltene schwarze Landkrabbe geben. Geschmacklich ist eine Nähe zu FlussKrebsen sehr gegeben! Auf jeden Fall hat es prima geschmeckt und in Gesellschaft mit meinen Nachbarn sowieso! Und zum Mittag heute war mein TK-RinderfiletStückchen im Kühlschrank noch nicht ganz aufgetaut: so ein Glück, denn daraus kann man prima Carpaccio herstellen...... So frage ich mich also hier vor dieser hübschen Insel: Wie paradiesich sind ParadiesInseln eigentlich?? Naja: auf jeden Fall ganz schön paradiesisch!!!
SuperService - 28.02.2011
Etappe: - sm insgesamt
Wind: erst um 20 - dann um 15 kn aus ONO
Luft: 28 Grad sonnig
Wasser: 27 Grad
Gestern hatte ich nur FunkKontakt mit meinem "Agenten" hier, denn hier übernimmt der Agent das Einklarieren - vielmehr vermittelt er das. Termin ist angesetzt auf heute 9.30 und um 10 Uhr dann die Überraschung: ein Tender fährt an Mirmel längsseits und macht fest: Mr. Bush, der Agent, ist an Bord und mit ihm 4 weitere Personen: Frau Doktor von der Gesundheitspolizei, ein Vertreter der Einwanderungsbehörde, eine vom Zoll (glaub ich), eine vom HafenAmt und alle mit ihren Formularen. Als erstes erklimmt Frau Doktor Mirmel und fragt mich nach Krankheiten an Bord aus: Pest, Cholera, Gelbfieder und Husten, Heiserkeit und Blutdruck. Sie fragt nach der Liste der Medikamente an Bord: gibt es (für sie) aber nicht, nach dem 1.HilfeKoffer und fühlt meinen Puls, füllt Formulare aus und ruft erst jetzt die anderen an Bord!! Die nehmen auch alle wie selbstverständlich unter Deck Platz und nachdem ich die üblichen Papiere zur Verfügung stelle, füllt jeder sein Formular aus. Ich unterschreibe alles - in der Hoffnung, keine Waschmaschine bestellt zu haben. Auch die Dame in Pumps ist zufrieden und alle verlassen Mirmel nach 15 Minuten. Eigentlich ein optimales Verfahren, das ich so noch nie erlebt habe. Jetzt darf ich also an Land. Und da erwartet mich eigentlich keine Überraschung, denn schon von Mirmel aus sieht es ganz prächtig aus: bunte gepflegte Häuser, saubere Straßen und extrem freundliche Leute! Wenn hier jetzt noch irgendeine Bar Musik laut aufgedreht hätte: die karibischste aller Inseln bisher! Die Supermärkte finde ich auch in der kleinen Siedlung und hier kaufe ich heute ein: 1 Weißbrot, Chorizo (Würstchen spanische Art) und einen Strang Rinderfilet von 1 kg (10 Euro) - tiefgefroren - denn das Frischfleisch sah nicht so aus, dass ich darauf Appetit hätte. Das reicht erst einmal, denn häufig kaufe ich zuviel!! Ich schlendere noch ein wenig durch das Dorf als es plötzlich richtig gut nach frisch zubereitetem Fisch riecht. Es ist 12.10 Uhr also genau Essenszeit. Rein ins fast volle OpenAirRestaurant und MittagsTisch bestellt: Suppe, Fisch gebraten mit Reis und Salat und KochBanane und dazu 1 sehr riesiges Glas (ca. 0,6 l) KaltGetränk bestehend aus Eiswürfeln mit Sirup. Macht sehr satt, ist sehr lecker und sehr günstig: 4 Euro! An Bord dann Siesta!
Wieder mit dem Dinghi an Land treffe ich meine deutschen AnkerNachbarn und weitere Segler, die ich bereits in Colon getroffen habe sowie einen geschlossenen Friseur. Dann gehe ich also zur TouriInfo - ja, das gibt es hier!! - und werde extrem freundlich beraten. Ich mache mich auf über die Brücke zur Insel Catalina und durchstreife auf einem gut ausgebauten PlattenWeg Mangroven (5 Arten gibt es hier, die ich aber trotz Beschilderung nicht unterscheiden kann) und treffe auf ein nettes OpenAirRestaurant, lasse mir die Karte geben und bekomme verschiedene Gericht erklärt, unter denen ich mir samt und sonders nichts vorstellen kann, während ich na klar Fisch vom Grill gut verstehe. Schon vorher hatten mich die Nachbarn gefragt, ob ich nicht heute Abend mit ihnen dort zu essen gedenke - da war ich noch sehr satt - aber zwischenzeitlich haben wir uns verabredet und ich habe mir auch schon was ganz Spannendes ausgesucht........
Am Rande: 3 sachliche LogbuchFehler muss ich noch berichtigen:
1. Es gibt neben der Marina in Colon, in der ich Wochen verbrachte, doch noch weitere auf der AtlanktikSeite: in Bocas del Torre - liegt/lag aber gar nicht auf meiner Strecke.
2. Es gibt 2 Brücken über den PanamáKanal und nicht nur eine.
3. Früher gehörte auch Venezuela zu GroßKolumbien.
Weitere Ausführung zu Providencia: es wurde 1818 zugunsten Kolumbiens erobert - nicht von Kolumbianern sondern von einem Piraten - und erst im Jahre 2007 wurde der Streit um die Zugehörigkeit dieser Inseln hier endgültig durch den Gerichtshof in Den Haag gegen Nicaragua entschieden: ich bin hier in Kolumbien!!



