Jetzt gibt es doch schon wieder etwas zu vermelden zum Thema "Schalthebel" (seit Dieppe akut): Nachdem ich nun gestern stundenlang lesender Weise auf den bestellten Mechaniker gewartet habe und dann der Termin auf heute verschoben wurde, habe ich heute wieder lesender Weise gewartet; diesmal allerdings nur 2 Stunden. Dann kam er an Bord, schüttelte wie vorgestern den Kopf, sprach portugiesisch mit sich und mir und machte deutlich, dass er sowieso jetzt keine Zeit habe, sondern erst so gegen 16.00 Uhr. Allerdings kam mir bei seinem Versuch des Rumfummelns eine Idee. Kaum war er weg, hatte ich auch schon die Blende mit den Instrumenten entfernt und konnte nun viel besser in den Kasten reinsehen. Und dann hab ich probiert und probiert und festgestellt: wenn der Bowdenzug nicht so scharf um die Kurve geht sondern weiter weg befestigt wäre, dann wäre das Problem gelöst. Also Bohrer her, Loch rein, Kabelbinder durchgezogen und Bowdenzug auf Umweg gehalten. Es geht jetzt besser als je zuvor! Noch ein wenig Winschenfett dran und fertig!
30. Juli 2009
29. Juli 2009
Zwischenbilanz - 29.07.09
Standort: Porto / Leixoes
| Luft: | 24°C | sonnig | |
| Wasser: | ??°C | ||
| Luftdruck: | 1028 hPa | Etmal: ----- | sm |
| Wind: | kaum |
Nun, da ich dort angekommen bin, wo die CrewErweiterung stattfinden wird - darauf freue ich mich RIESIG (!!!) - und wo ich mich kaum hindenken konnte, als ich los fuhr - so weit war der Weg - habe ich einige Zahlen ermittelt, die für sich sprechen und Kommentare überflüssig erscheinen lassen:
| Tage unterwegs einschl. "Besuch" zu Hause | 74 |
| angelaufene Häfen in 7 Ländern | 27 |
| verpatzte An-/Ableger | 1 |
| gute und sehr gute An-/Ableger | > 98% |
| Zurückgelegte Strecke in Seemeilen (=1,852km) | 1522 |
| Zurückgelegte Strecke Einhand | 907 |
| Zurückgelegte Strecke mit Melanie | 40 |
| Zurückgelegte Strecke mit meinem Vater | 575 |
| MotorStunden | 210 |
| verbrauchter Diesel in Liter einschl. Heizung | ca. 520 |
| durchschnittliches Hafengeld pro Nacht | 18,65 € |
| Schäden am Schiff auf dieser Reise | 1 (MotorSchaltung) |
| Schäden am Fahrrad auf dieser Reise | 1 (PedalKugelLager) |
| Schäden am Skipper auf dieser Reise | keiner !! |
| Zufriedenheitsquote | 100% |
So, da nun wieder HafenAlltag anliegt, melde ich mich sofort wieder, wenn es Berichtens wertes gibt.
28. Juli 2009
Der besssste Segeltag! - 27.07.09
Standort: Leixoes, Lace de Palmeira (Porto)
| Luft: | 23°C | Sonne | |
| Wasser: | 17°C | ||
| Luftdruck: | 1025 hPa | Etmal: | 63sm |
| Wind: | 20 kn |
Es gibt so viel Gutes zu berichten: Der Wecker klingelte pünktlich und wir hatten keinen Nebel. Die Schauer der Nacht waren auch schon durch. Nur jeden 2. Tag Regen in Galicien?? Nach dem gelungenen Ableger ganz allein - Schicksal eines Einhandseglers zu früher Zeit - rauf auf den rauen Atlantik. Schnell die Segel setzen, ein paar Meilen segeln, dann abfallen und wir werden zu langsam, um noch bei Tageslicht an zu kommen. Einer der Grundsätze hier an Bord für Einhandsegler: Komme nie im Dunklen im fremden Hafen an! Also Motor zur Hilfe! Bald nimmt der Wind zu. Immer mehr und immer wieder versuchen wir segelnd die erforderliche Geschwindigkeit zu erreichen. Um 12.00 reißt der Himmel auf, es scheint die Sonne und es wird noch mehr Wind. Endlich reicht es. Wir haben zwischen 15 und 22 Knoten Wind. Genau von achtern. Also ausbaumen. Das Groß muss leider nach Steuerbord und dann kommt die Genua nach Backbord. SchmetterlingsSegeln. Aber es ist eh keiner da, den die Vorfahrtsregeln interessieren würden. Ich scheine allein unterwegs zu sein! Jetzt geht´s los! Gustav übernimmt das Steuern und wir reiten die Wellen hinunter und wieder herauf. Das ist feinstes Segeln überhaupt! Und langsam wird mir bewusst, was ich hier erleben darf: So schön hätte ich es eigentlich erst viel später erwartet. Es ist irre! An dieser Stelle danke ich ganz laut: all denen, die mich nicht zurückgehalten haben und all denen, die mich unterstützt haben, in dem Vorhaben, hier segeln zu dürfen! Danke!!! Doch irgendwann ist dieser Traum vorbei und wir müssen die Hafeneinfahrt vorbereiten. Das ist Aufgabe genug - aber schaffbar und geschafft. Nun heißt es bei 15 kn Seitenwind ein schönes Plätzchen zu finden. Welch tolle Idee???!!! Erst mal schauen....und dann entscheiden und dann zurück und dann peilen und ....wer pfeift da?? Hier rein? Das ist ja rückwärts und das haben wir noch nie............. egal.......... der Marinero pfeift und wir kommen in die Box rückwärts rein.... zum ersten Mal und es klappt...........wie?....keine Ahnung........ aber ohne Probleme fest! Einchecken in Portugal ist ganz einfach, wenn man alle Papiere mit hat. Und dann ein Gang durch die "Stadt": Lace de Palmeira, schon zu Beginn fällt mir ein kleines Lokal auf, das interessant ist; aber ich gehe weiter und finde auch den Supermarkt und viele andere Restaurants und Bars und kehre genau zu dem Lokal zurück, das ich zuerst gesehen hatte: Brisamar: und kehre ein: ich mag das, wenn es so authentisch zugeht. Da ist der alte Mann, der zum Abendbrot eine Suppe und einen Tee speist. Ebenso die Familie, die wohl häufiger hier isst und ihr angefangenes Wasser kommen läßt und da bin ich, der einfach mal wieder und zum 2. Mal auf der Reise essen gehen will: eine leckere Gemüsesuppe des Tages und dann Vorspeisen zur Auswahl: Brot, Frischkäse, SardinenPaste, Butter und Hartkäse (ich nehme alles) und dann das Steak gegrillt mit Pommes, Reis und Salatgarnitur (wunderbar zart gegrillt), und reichlich Wein und einen Macieira (Brandy) hinterher und alles zusammen: € 13,65! Angekommen in Portugal. Nochmals vielen Dank!!
26. Juli 2009
Flaute und Nebel später Sonne - 26.07.09
Standort: Baiona
| Luft: | 24°C | Nebel | |
| Wasser: | 19°C | ||
| Luftdruck: | 1025 hPa | Etmal: | sm |
| Wind: | 2 kn |
Aufstehen mit Wecker und das, nur um festzustellen, dass der Nebel da ist. Und kein Wind. Also: abwarten - aber nur kurz - und dann entscheiden: hier bleiben, denn der nächste Hafen ist zu weit weg, um noch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt los zu fahren. Der nächste Hafen ist Leixoes, das ist der, der Porto am nächsten ist. Nachmittags kommt dann doch noch die Sonne heraus und brennt vom blauen Himmel.
Noch schnell 2 Bilder: Cies von oben (im Fenster spiegelt sich der Fotografierende) und von See: Vorgeschmack auf die Karibik?
Vor den Rias von Caraminal bis Baiona - 25.07.09
Standort: Baiona
| Luft: | 24°C | Sonne pur | |
| Wasser: | 19°C | ||
| Luftdruck: | 1028 hPa | Etmal: 35 | sm |
| Wind: | NNW12kn |
Hatte ich bereits erwähnt, wie schön es hier ist? Also heute morgen gerade als die Sonne so über die Berge lugt, werde ich wach und stelle fest, warum es abends so lange hell ist: Ich habe dieselbe Zeit wie Deutschland, aber bin so viel westlicher, dass eigentlich meine Zeit hier nicht stimmen kann und das wird in Portugal anders sein. Hier geht auch die Sonne viel später auf! So gegen 7.00 kommt sie raus. Wir sind nun über 18 Grad nach Westen gefahren und das macht eine gute Stunde! Zur Erinnerung: Die Erde hat 360 LängenGrade in 24 Stunden zurück zu legen, das macht 1 Stunde pro 15 Grad. Ich warte also noch ein bisschen ab und auf den Wind und mache mich fertig, so dass ich in aller Ruhe um 10.05 Leinen löse. Leichter RückenSchiebeWind drückt mich Richtung Süden. Heute geht´s mal hinter den 2 Inselgruppen Ons und Cies hindurch, so dass ich das Gefühle habe, heute nicht auf dem Atlantik gewesen zu sein. Das täuscht aber. Hier in der neuen Marina von Baiona geht es toll zu: Marinero geleitet mich mit Schlauchboot an meine Liegeposition und macht mit fest: Fingerstege, wie in Wedel mit einem gewaltigen Unterschied: In Wedel sind die Stege so kurz, dass meine Achterleine weit nach vorne gebunden werden muss. Hier geht sie guuut achteraus! Und steht jemand auf dem Steg bewegt dieser sich kaum nach unten. Im Büro: Ausdruck mit kostenlosem InternetZugangsCode und eine 5 seitige Dokumentation über alles Wissenswerte. So ist´s toll! Die Stadt weniger: Touristen, wo ich auch hinsehe. Und Stände an der Promenade mit Krims und Krams. Einzig die gut erhaltene Altstadt aus dem 17. Jahrhundert und die noch viel ältere "Pinta"(-Replica), mit der Columbus WestIndien entdeckte, lohnen einen Besuch. Bin ich froh, nicht mit dem alten Christopher über den Atlantik zu segeln: Unterdeck für Werkstatt und Lager, Mitteldeck nach oben offen für Manschaft und kleines Oberdeck je vorn und achtern für Ausguck und Steuermann. Geschlafen wird auf dem Mitteldeck. 26 Mann Besatzung auf dem kleinen Schiff!!!!! ??? 26 Leute zum Besichtigen wäre schon viel gewesen - gleichzeitig für wenige Minuten und nicht für Monate und Jahre! Die Mirmel wird nicht "so" in die Weltgeschichte eingehen aber wir haben es viel besser und schöner!
Gerade komme ich wieder "nach Hause" von dem Konzert, das hier heute auf dem Platz vor dem Rathaus stattfand: Es war wieder toll! Diesmal eine Gruppe mit historischer Musik: Dudelsack, Flöten und Geige mit Guitars, Keyboard, Gesang und Drums. Wie immer hier: kostenlos! In den Restaurantes und Bars ist es immer noch proppevoll. Leute ziehen scharenweise -auch mit kleinen Kindern - durch die Straßen. Es ist jetzt 1 Uhr morgens....
25. Juli 2009
Hafenkoller? Nein Danke! - 24.07.09
Standort: Caraminal
| Luft: | 24°C | Sonne | |
| Wasser: | 19°C | ||
| Luftdruck: | 1028 hPa | Etmal: | 35 sm |
| Wind: | 4 - 14 kn |
4 Nächte waren in diesem Hafen absolut genug! Der Hafen und der Club Nautico waren o.K. und der Supermarkt auch - aber das wars dann auch schon. Und da gestern schon bei gutem Wetter - ein paar Schauer und viel Wind aus Südwest - putzen und waschen angesagt war: Heute nix wie weg! Mit mir lagen am Gästesteg eigentlich nur WeitFahrer: AtlantikRunde - so wie wir - war das Wenigste! Man sieht sich also immer wieder - vorerst. Nach den letzten angesagten Schauern um 12.00 Uhr also fertigmachen und von Mercedes und Carsten von den "42" verabschieden. Den nächsten Skat spielen wir also in ......!! Auch von Jeroen von der NL-Yacht Mjölner, die bereits in A Coruna und Camarinas dicht bei lagen, verabschiede ich mich kurz und er hilft beim Ableger. Und dann rauf aufs Meer! Endlich! Das ist hier der schönste Platz! Da macht auch Kabbelsee mit Welle von gestern nichts. Dort draußen geht es mir eigentlich immer gut. Wir fahren wie geplant in den nächsten Ria "Arosa" - nix Schweiz: Spanien ist hier!!! Ein sehr breiter Ria mit anspruchsvoller Navigation: Inselchen liegen verstreut herum und im Weg. Aber sehr hübsch und ich freue mich, diesen Umweg gemacht zu haben. Dänische Südsee?? Spanische Rias!! Nur: der Weg dorthin ist so weit! Mal ganz einfach wieder längsseits anlegen mit Marinero gefällig? Hier. (siehe Position). Dann zum Streifzug durch die Stadt - wir schreiben übrigens 20.15 Uhr beim Abmarsch. Eine tolle kleine Stadt erwartet mich hier und all die kleinen Gassen sind gefüllt mit Stühlen unter Markisen vor den Bars. Wenn die alle besetzt sind, sind alle Wohnungen wohl leer. Nach langer Zeit kehre ich mal wieder ein und trinke: Rotwein - welch Überraschung! Und dann werden mir wieder die 2 spanischen Essens- und Trinkregeln bewusst: 1.: Esse nie, ohne zu trinken und 2.: Trinke nie, ohne zu essen. So kehre ich also ein und bestelle einen Roten. Foto anbei. Das ganze für 1,20! Fein, fein!





