6. November 2010

Rückblende: Bogotá

Rückblende: Bogotá

Mit Verspätung kommen wir dann auch in Kolumbiens Hauptstadt an, nachdem wir einen kurzen ZwischenStopp in Calí planmäßig eingelegt hatten. Und als ich dann beim Aussteigen gefragt werde, woher ich gerade komme antworte ich wahrheitsgemäß: Calí, werde ich in einen Bus gewiesen und komme an der InlandsAnkuft an. Doch schon im Bus kommt  es mir spanisch vor und ich frage nochmals einen Herrn, der zum Glück englisch spricht: Madrid wäre die Antwort gewesen. So fährt mich (ganz alleine) der FlughafenShuttle dann doch noch zurück zur AuslandsAnkuft und ich werde in Begleitung eines Beamten hinter der Schlange der Wartenden zu einem Aufseher der Einwanderungsbehörde geführt. Der hat mir einfach einen Stempel in den Pass geklatscht und mir die gewünschten 30 Tage Aufenthalt zugestanden. Fertig. Passt! Die Koffer stehen so bereit wie die Taxen und es geht schwupps in die Stadt zum Hotel. Ibis: niegelnagelneu und sauber und zentral gelegen und günstig und dann noch mit Frühstück!! Gute Nacht!

Am nächsten Tag erkunde ich dann die Stadt zu Fuß. Es herrscht das totale urbane Chaos!!! Besichtige ein toll aussehendes TrachtenMuseum aber eigentlich mehr das Stadthaus, in dem es untergebracht ist und weil es geschichtsträchtig ist, denn hier wohnte die „Freundin" von Simon Bolivar, der den ganzen Norden von Südamerika von den Spaniern befreite und so damals Groß-Kolumbien schuf, zu dem das heutige Panama, Venezuela und euador gehörten. Dann auf zum GoldMuseum, in den ausschließlich Exponate zu sehen sind, die nach der Vertreibung der Spanier gefunden wurden, wohl hauptsächlich GrabBeigaben, denn alles andere wurde eingeschmolzen und nach Europa geschaffen. Konnte man damals davon tolle Paläste und Schlösser finanzieren?? Nach dem ich fast durch bin und ohnehin schon glatt von der Pracht erschlagen, komme ich an einen „MultiMediaRaum": rund, etwa 12 m im Durchmesser und in völliger Dunkelheit, als sich die Tür schließt. Musik erklingt und Licht wird ganz gezielt eingesetzt und dann funkeln über 3500 (im Reiseführer steht: über 8.000 – aber das ist jetzt völlig egal!) goldglitzernde Exponate mit bis zu 30 cm Durchmesser auf einmal. Selbst ein in den Boden eingelassener  Zylinder mit gläsernem Deckel von etwa 3 m Durchmesser, in dem die Goldstücke in mehreren Ebenen liegen wird beleuchtet und eröffnet einen Blick in die goldene Tiefe.  Diese faszinierende Inszenierung endet nach wenigen Minuten und nach dem Verlassen der Dunkelheit, genieße ich das eben Gesehene und warte auf die nächste Show, denn das kann ich mir gerne noch einmal ansehen. Eintritt in das GoldMuseum: weil ich antworten konnte, dass ich über 16 bin: gratis!!

 

Am nächsten Morgen mache ich mich wieder auf den Weg in die Innenstadt, die wirklich nicht sonderlich hübsch ist – einige restaurierte Gebäude in wenig ansprechender Umgebung können da auch nichts mehr ausrichten. Ich habe mich entschieden das zu tun, was ich so gerne mache: BusFahren mit den Einheimischen! So etwas habe ich auch noch nie gesehen, denn es gibt in der 7 – 8-MilionenStadt keine U- oder S-Bahn: Busse, auf abgemauerten ExtraSpuren mitten auf der Straße. Und damit mit dem An- und Abfahren und Zusteigen so wenig wie möglich Zeit verloren wird: nicht jeder Bus einer Linie hält an allen Bushöfen (analog zu Bahnhöfen).  So, als wenn 5 Busse einer Linie gleichzeitig den AnfangsBushof verlassen und der erste fährt zunächst zur ersten Station und der 2. hält erst an der 2. und der 3. erst an der 3 und so weiter. Der erste Bus hält dann auch erst wieder an Station 6. Und so weiter……. So werden teilweise große Strecken zurück gelegt und das Fahrziel sehr zügig erreicht. Jetzt muss nur jeder in dem Bus sitzen, der da hält, wo er aussteigen will. Es werden aber auch immer die nächsten beiden Stationen angesagt und angezeigt. Klasse!! Bin also mit einigem Umsteigen ganz in den Norden und wieder zurück gefahren. Hat prima geklappt und mich wieder beeindruckt!!

So und das war der gute Teil von Bogotá: denn wieder ausgestiegen mache ich mich wieder auf den Weg durch die am Sonntag (an jedem!) für Autos gesperrte Innenstadt zum Hotel. Kaufe mir einen frischen MandarinenSaft am Stand, stecke mein Portemonaie wieder in die Hosentasche, knöpfe zu und weiter geht's. Bis zum nächsten StraßenKünstler.  Dann passiert es: ich werde schräg von hinten angespuckt und am Pullover, Ohr und Gesicht getroffen und reagiere, wie ich soll: ich greife hin und wische schnell weg, von dem ich noch nicht wusste, was es ist. Die Menschen um mich weisen auf den Himmel, aber Vogelschiet ist anders! Wenig später habe ich meinen Pullover wieder angezogen und prüfe wie schon aus Reflex meine Hosentasche. Zugeknöpft. Aber leer! Portemonaie weg! So´n Mist!!!! TrickDiebstahl, obwohl ich so drauf geachtet hatte, nicht angerempelt zu werden und immer möglichst wenige Leute hinter mir zu haben.  Und die Hand immer wieder am Geld……. Nun fehlen: ein Portemonaie, 40 Euro Bargeld in kolumbianischer Währung, Visakarte, MaestroKarte, Mirmels Zweitschlüssel, der Personalausweis und mir schon fast am wichtigsten: meine Karte zum Öffnen des HotelZimmers mit allem Rest in 2 Koffern drin!! Darauf hatte nämlich der freundliche Mitarbeiter gleich mal die ZimmerNummer geschrieben – wie überflüssig!! Nun also schnell zu umstehenden Polizisten, die mit mir auf eine ContainerWache gehen und wenigstens das Hotel informieren und die Karte sperren lassen. Weiter verstreicht hier nun sinnlos Zeit. Die Beamten meinen, es sei sicherer mit dem Taxi zum Hotel zu fahren, bis ihnen auffällt, dass heute autofreier Sonntag ist. Also jogge ich in der Höhe von Bogotá (2.560 m über dem Meer) so schnell es geht zum Hotel, lasse mir eine neue SchlüsselKarte machen, alle anderen annullieren  und rauf in den 11. Stock. Zimmer nicht angetastet, nicht einmal der RoomService war da. Der Tresor noch voll mit meinen Unterlagen und dem kleinen Notebook. Nun da ich alle(!) Unterlagen mit mir führe (im Tresor eingeschlossen) also schnell die Rufnummer für die VisaKartenSperre über Skype angerufen und die schon mal gesperrt. Die andere Rufnummer habe ich nicht zur Hand, aber Dorit kann ich erreichen und die macht das für mich! Danke! Damit sind nach 1 Stunde beide Karten gesperrt. Nun heißt es hoffen, dass wir schneller waren als die…..!!!!!! Jetzt die Botschaft anrufen und den Verlust des Persos melden. Kein Thema – erledigt. Und zum Abschluss nun noch zu einer richtigen PolizeiStation fahren und die Anzeige aufgeben. Routiniert nimmt der Beamte meine Aussage auf und ich erhalte den Zettel, den ich wohl später mal brauchen werde. Zum Glück ist darüber hinaus - auch später - nichts weiter passiert. Auch kann ich meine Reise wie geplant fortsetzen: ich habe noch den ReisePass, der viel wichtiger ist als der Personalausweis, ich habe noch einen Schlüssel für Mirmel und ich habe noch ausreichend Bargeld im Tresor und noch 2 andere KreditKarten! Wie meint die freundliche Dame der Botschaft: „eigentlich fehlt Ihnen ja gar nichts!" Damals fand ich das ziemlich mutig, aber aus heutiger Sicht hat sie ja Recht! Nur: sonderlich gut geschlafen habe ich na klar nicht!! Am nächten Morgen dann schnell zum Flughafen und nix wie weg von hier!!!!!!

BILDER gibt es diesmal hier:

http://www.mirmel.de/MirmelsBilder/index.html

 

 

5. November 2010

Rückblende: Madrid

Rückblende: Madrid

Am 12. Oktober heißt es nun Abschied nehmen von den Eltern und den Kindern und wieder Richtung Mirmel. Da die günstigste Verbindung von Hamburg über Madrid und Bogota nach Cartagena führt, bietet es sich doch schon an, an beiden Umsteigeflughäfen auch mal auszusteigen.  So verbringen Dorit und ich 3 schöne Tage in Madrid. Zunächst sind wir aber ergriffen von der Infrastruktur der spanischen Hauptstadt, nicht nur, dass der neue riesige Flughafen direkt an der Autobahn liegt: wir fahren mit dem viel zu teuren Taxi einen großen Bogen um unser Hotel aber auf Autobahnen, die wir so noch nicht gesehen haben: bis zu 9 Spuren führen teilweise in unsere Richtung und die Gegenfahrbahn können wir gar nicht vollständig überblicken! Dann unter der Erde geht es offenbar mehrstöckig durch lange Tunnelsysteme mit Auf- und Abfahrten und in verschiedene Richtungen verzweigen die Spuren. Stuttgart 21?? Madrid 20!!!

Wir wohnen mitten in der Stadt und erkunden zunächst einmal die nähere Umgebung zu Fuß. Entdecken historische Straßenzüge und Plätze und sichten nahezu überall Restaurants und TapasBars. Im „SchinkenMuseum" kehren wir dann ein und essen mit vielen Spaniern im Stehen an der Bar unter hängenden Schinken dann auch etwas davon und testen die Weine dabei. Auf einer Stadtrundfahrt erhalten wir weitere imposante Eindrücke und besichtigen wenig später das Schloss der spanischen Herrschaftsfamilie. Es muss schon zum Konzept gehören, andere von der eigenen Wichtigkeit so zu beeindrucken, wenn man (König) sich so ein riesiges prunkvolles Schloss errichtet.  Wir sind schon beeindruckt von den für uns zugänglichen Räumen und sehen dann später im BildBand weitere noch üppigere Räume. Herrschaftszeiten!! Schade, dass wir die nie sehen werden, denn obwohl die Königs hier nicht mehr wohnen,  wird dieses Schloss noch für offizielle Empfänge genutzt: dann wohl aber die allerschönsten Räume.  Dann kann ich das WiederEinstiegsTicket der Stadtrundfahrt nicht wieder finden und wir nehmen die U-Bahn, denn wir wollen so gerne einige modere Bauwerke sehen. Hat super geklappt – auch wenn wir da andere Bauten vermuteten.  Mit dem Bus zurück in die Stadtmitte. Auch eine StadtFahrt!  Abends schlendern wir wieder durch die Straßen und Gassen um unser Hotel und kehren hin und wieder ein. Was wir vermissen: schöne Bänke zum Ausruhren, Verweilen und Genießen.

Nun heißt es aber nochmals Abschied nehmen und es geht diesmal einen direkten Weg zum Flughafen und nachdem ich einchecke während Dorit auf mein ausgepacktes Handgepäck aufpasst (wir hatten beobachtet, dass auch Handgepäck gewogen wird – ich hatte aber viel zu viel!!), kommt dieses flaue Gefühl im Bauch und die Stimme wird dünner und die Augen feucht: wir werden hier getrennte Flüge nehmen: Dorit nach Hause zu den Kindern und ich nach Bogotá Richtung Mirmel.

Was heißt eigentlich „ejecutiva" auf meinem Ticket und wieso sitze ich in diesem RiesenFlieger in Reihe 4?? Wenig später werden meine Hoffnungen wahr: das bedeutet „BusinessClass" – die hatte ich nun aber gar nicht gebucht! Beim Einsteigen freue ich mich, denn ich darf den ParallelGang benutzen und steuere direkt meinen üppigen Platz an!  Offensichtlich hatte Avianca viele BusinessPlätze nicht verkauft und dann durften eben einige aufrücken, damit sie wenigstens nicht leere Plätze fliegen. Netter Zug! Und netter Flug, wenngleich ich zwar üppig Arm- und Beinfreiheit hatte und den gleichen Service wie die EconomyClass bekam: die Sitze hätte Airbus viel besser bauen können! Sind zwar elektrisch verstellbar aber nichts für Leute ab 1,80 m. Oder hatte Avianca die extra so für die etwas kleineren Kolumbianer und Spanier bestellt? Mit „nur" 3 Stunden Verspätung ging es dann in die Luft………………………….

 

BILDER gibt es diesmal hier:

http://www.mirmel.de/MirmelsBilder/index.html

 

neue Bilder!!!!!

Ich habe wieder etwas Zeit und so gibt es neue Bilder:
 
Madrid
Bogotá und
wieder in Cartagena
 
sind wieder online!
 

1. November 2010

immer wieder montags...

In der Werft bei Todomar in Cartagena / Kolumbien
Wind:             ziemlich wenig        
Luft:               31 Grad - meist sehr sonnig mit kräftigen Schauern dann danach etwas kühler
 
Der 1. November ist nicht nur für uns ein wichtiger FamilienFeiertag - und einer der Geburtstage - sondern auch Allerheiligen. Und der ist hier ein gesetzlicher Feiertag und fällt dieses Jahr zufällig auf einen Montag. Wenn nicht, wäre hier aber heute trotzdem Feiertag, denn es ist Montag. In ganz Kolumbien gilt: fällt ein Feiertag mal nicht freiwillig auf einen Montag, wird er eben dahin gelegt. Ausnahmen sind: Weihnachten, Karfreitag und Neujahr, PfingstSonntag. Das gibt dann der arbeitenden Bevölkerung auf jeden Fall ein langes Wochenende, an dem man sicher mehr unternehmen oder sich erholen kann, als wenn der Feiertag auf einen Dienstag oder so fällt. So war denn auch der Tag meiner Ankunft gar kein Feiertag, denn der war schon 6 Tage vorher - aber er fiel auf einen Dienstag und wurde also auf den nächsten Montag verschoben. Das hatte ich aber nicht berücksichtigt, denn im Kalender stehen immer noch die richtigen Daten. So ist das eben hier!! Dann mache ich eben auch mal einen Feiertag, denn nach fast 2 (Eingfewöhnungs-) ArbeitsTagen, die ich mit dem Schrubben und Scheuern des Decks und der erreichbaren Aufbauten von Mirmel beschäftigt war (6 der 7 ZauberSchwämme habe ich dabei leider verbrauchen müssen) und schon mal etwas "ACPM" (Ist das wirklich Diesel??) geholt habe, habe ich mich heute weiter akklimatisiert - will sagen auf Mirmel einfach nur Zeit verbracht -  und dann bei passender Flaute das Vorsegel gesetzt und den UV-Schutz für das Vorsegel wieder gangbar gemacht und übergezogen. Jetzt fehlt wirklich nur noch wenig und ich kann wieder ins Wasser. Falls das Paket aus Deutschland zwischenzeitlich angekommen ist, denn vorher will und kann ich nicht weiter. Was drinnen ist ??? Erzähle ich später!! Überraschung!! Und warten werde ich auf jeden Fall an Land, denn das Wasser vor Cartagena ist so furchtbar fruchtbar, dass am Unterwasserschiff sofort das wilde unkontrollierte Wachstum der Muscheln und Algen beginnt und möglicherweise gleich wieder ein WerftAufenthalt erforderlich macht - das sollte ich mir ja wohl ersparen können!!
 Ihr Lieben zu Hause: feiert noch schön, im letzten Jahr war ich "ExklusivGast" und wir haben schön gegrillt im Hafen von La Gomera und dieses Jahr muss für mich ein tolles Telefonat reichen. Sollte ich zur Feier des doppelten Feiertages einfach mal gut essen gehen - oder haben Restaurants da Feiertag? ..... immer wieder montags ........ 
 
P.S. der nächste Feiertag ist hier am 11. November und das ist ein Donnerstag und dann gilt wieder:  ..... immer wieder montags ........ 
 

29. Oktober 2010

Elektronik-Test

Auf dem Werftgelände in Cartagena / Kolumbien

Dieses ist nun der abschließende Test der Elektronik an Bord. Den ersten
Schrecken jagte mir der Plotter ein: Anschluß an den ZigarettenAnzünder
unter Deck als ersten Test und nix geht! O Graus!! Ich habe mehrfach alle
Verbindungen kontrolliert und immer noch nix: woher kommt jetzt der
Schweiß auf einmal?? Gut, dann also raus und die Instrumente am
Steuerstand eingeschaltet und den Plotter dann dort angeschlossen und
...... und er geht doch! Nebenbei kontrolliert: Wind wird auch angezeigt,
der Autopilot meldet "standby" und die Wassertiefe an Land vergessen wir
mal ganz schnell. Was war?? Der ZigarettenAnzünderKontakt wurde aufgrund
einiger Korrosion nicht hergestellt - schnell etwas feines Schmirgelpapier
und siehe da: auch hier geht nun der Plotter wieder. Alle Lampen brennen,
AIS springt an, beim Funk geht schon mal der Empfang und das Senden teste
ich morgen früh in der Funkrunde der Segler hier vor Cartagena, der
Inverter macht aus 12 Volt wieder 220 V, das 2. GPS-Gerät empfängt das
Signal, Sea me (aktiver RadarReflektor) empfängt auch hier RadarSignale
und ein Blick auf den RadarSchirm zeigt mir, dass um mich herum jede Menge
Schiffe sind: das stimmt auch! Und wenn jetzt diese Mail, die ich über das
SatellitenTelefon senden werde auch noch ankommt: dann funktioniert erst
einmal wieder alles! Auch mal ne tolle Erfahrung und der Skipper ist
glücklich und darf sich gleich ein Getränk frei auswählen!! JuHu!!

Arbeitstag

In der Werft bei Todomar in Cartagena / Kolumbien
Wind:             ziemlich        
Luft:               34 Grad - meist sehr sonnig
 
Früh morgens bin ich wie immer da und denke mir, da viele andere Probleme mit ihrer Ankerwinsch habe: teste ich doch gleich mal so früh in der Sonne: und siehe da: auch ich muss dort arbeiten. Die Ankerwinsch funktioniert allerdings auf Knopfdruck - aber ich bekomme den Anker nicht los. Der Sicherungsbolzen und der Anker sind eine Einheit eingegangen und miteinander gerostet. Nun gut: schweres Geschütz auffahren und mit WD 40 (das WunderSpray der Segler) und großer Zange gewaltvoll die Liaison beenden und den Anker erst einmal auf BodenArbeitsHöhe herablassen. Es hatte sich eine dicke KorrosionsSchicht gebildet und die heißt es erst einmal zu beseitigen: Schraubendreher und AkkuBohrer lösen das Problem und nach einer Stunde passt alles wieder. Das war nicht eingeplant. Nun zum Plan: Dinghi an Deck hieven und aufpumpen und BodenBretter einbauen. Das ist zwar schwer - läuft aber problemlos, bis auf die nötige Pause: 30 Minuten abschwitzen, denn meine Brille ist völlig voll gekleckert - vom Schweiß. Nun noch schnell den GenauBaum testen: und wieder eine neue Aufgabe: auch hier hat die Zeit gegen mich gearbeitet und die eigentlich leichtgängigen Mechanismen zum Öffnen bewegen sich nicht. Wieder WD 40 und die Zange und nach 30 Minuten geht alles wieder. War auch nicht eingeplant. Wieder zum Plan: GroßSegel setzen. Dazu Winsch kontrollieren und feststellen: die geht aber schwer: Winschenfett, Lappen und etwas Kraft helfen und nach 30 Minuten ist auch diese eine Winsch wieder flott. 3 habe ich noch. War nicht eingeplant. Und wieder abschwitzen und dann das Dinghi richtig befestigen, denn es brist auf. GroßSegel ist noch verpackt. Mittagessen neben der Tankstelle gleich gegenüber der Werft und Pause!! Schmutzwäsche packen und ab ins Taxi und zur Wäscherei. Die ist in einem Supermarkt und dort werde ich nun erst einmal einkaufen: 65 Liter Getränke (überwiegend Wasser, Softdrinks und so und nur ganz wenig Rum) und 7 kg Spaghetti, Papaya und weitere Notwendigkeiten kommen nun ins Taxi, werden ziemlich vor Mirmel abgeladen und müssen nun "nur" noch an Bord. Auch das ist (wie ich) geschafft. Pause und Ende!! Ab mit dem Bus ins Hotel, duschen, kleiner Dös und dann wieder in die Taxe und ab in die Altstadt. Hab ich schon mal berichtet, wie schön es hier ist?? Na klar!! Also wieder in "mein" EckRestaurant und schon wieder PfefferSteak. Dann weiter zu meiner absoluten LieblingsKneipe "Dondé Fidel" und ein Bier gezischt. Drinnen, denn da geht die KlimaAnlage und der Salsa wummt und die Leute tanzen hier heute! Suuuppppiii!!!!! Hier lebt LateinAmerika!! Dann wieder zur Taxe und wieder verhandeln und zwischenzeitlich finde ich auch den besten Preis und dann geht es zum wiederholten Male nicht den Weg, den ich zwischenzeitlich gut kenne: dort gibt es kurz vor meinem Hotel eine StraßenBenutzungsZahlstation - kostet nur -,55 Euro - aber das ist hier richtig viel Geld (bei 3-4 Euro Stundenlohn) und so fahren wir wieder eine Strecke kreuz und quer und über miese bis schlechte Straßen durch dunkle und ganz dunkle Viertel und sind dann nach gut  5 Minuten Umweg kurz vor dem Hotel, dass an einer Einbahnstraße liegt: aber in die andere Richtung: na und, die ist ja 4-spurig!! Da schummelt sich der TaxiFahrer eben mal die 200 m durch und nach einem U-Turn: angekommen! Nun nur noch mal eben diesen Bericht tippen und dann: gute Nacht!!!

27. Oktober 2010

wieder voller Spannung

In der Werft bei Todomar in Cartagena / Kolumbien
Wind:             fast keiner
Luft:               34 Grad - kaum Regenschauer
 
Auch der nächste Ausflug zu den Batterie-und AutozubehörHändlern am Montag brachte keine Lösung: es scheint hier wirklich keine Batterien zu geben, die in den Ausmaßen zu meinen passen und sie ersetzen könnten -  einer der Händler greift sogar zum Telefon schüttelt dann 20 Minuten später trotzdem mit dem Kopf. Aber hier wurde eine neue Idee geboren: nimm doch 3 statt 2 und baue sie quer ein, das könnte passen und siehe da: das ist die Lösung. Also los. Batterien ausbauen (am Dienstag), vom Schiff schaffen (jede wiegt gut 30 kg) und dann die Straße erreichen, wobei einer der Werftarbeiter sich ein gutes Taschengeld verdient und die Schubkarre für die schwere Last nimmt. Per Taxe in die Gegend, in der sich ganz viele Händler für Autozubehör niedergelassen haben und dann wird getauscht: 3 gegen 2 und die beiden werden zum Recyceln in Zahlung genommen. Jetzt noch klären, woher ich die fehlenden dicken Kabel bekomme, die nun dringend erforderlich sind: der Verkäufer führt mich zu seinem übernächsten Nachbarn, schildert die Aufgabe, der wiederum begreift und geht zu seinem Nachbarn und nach weiteren 2 Stunden halte ich die 2 passgenauen für Mirmel gefertigten VerbindungsStücke in der Hand. Toll!! Die HandwerkerStunde wurde mir großzügig mit 6 Euro in Rechnung gesetzt. Und ich habe hier insgesamt einen TouristenAufschlag bezahlt! Nun wieder zurück im Taxi und dann auf Mirmel hoch. Ich habe Glück und der Werftarbeiter von vorhin (der mit dem Taschengeld) bindet alle 3 Batterien - eine nach der anderen - unten an den Flaschenzug an und ich brauche nur noch die Arbeit an Deck zu erledigen. So kann ich doch wenigstens noch 1 Batterie anschließen und über Nacht aufladen lassen. Am Mittwoch morgen dann eine wunderbare Stille an Bord: das BatterieLadeGeät läuft nicht mehr und ein Blick auf die BatterieSpannung zeigt: alles so, wie es sein soll. Dann können also heute die anderen Batterien folgen, schön sicher befestigt werden und abschließend geladen werden. Das dauert dann auch nur den ganzen Vormittag, aber jetzt ist dieses Problem gelöst: zur Belohnung ein Mittag neben der Tankstelle (lecker) und hier treffe ich zufällig die Crew der Mintaka auf einen längeren Plausch!

 

25. Oktober 2010

Kleine Freunde?? und SchlafzimmerEinblick

In der Werft bei Todomar in Cartagena / Kolumbien
Wind:             fast keiner
Luft:               30 Grad immer wieder Regen!
 
Das war ja eine wilde Nacht: wenn ich einmal schlafe und dann wach werde, weil es regnet und donnert und blitzt, dann geht es draußen richtig zu kehr. Und ich wurde wach!!! Geschüttet hat es und gedonnert wie nichts Gutes. Gut, dass ich im Hotel schlafe. Morgens hörte es zum Glück auf und ich konnte wieder zu Mirmel. Dort ging dann die Arbeit weiter: Vorschiff so weit erforderlich leerräumen und kontrollieren, eine Jeans und eine Tasche zum Waschen geben, weil sie übel riechen und schon mal mit der Achterkajüte anfangen: Kisten abwischen: aber heute trocknet hier gar nichts! Also warten und eine weitere Baustelle eröffnen: die TrockenLebensmittelKammer. Hier sieht es eigentlich gut aus und riecht auch prima, nur dass ich dann beim Herausnehmen der einzelnen Tüten feststellen muss: wir haben reichlich Besuch: trotz der Abfüllung in noch wieder einzelne Tüten, die gut verklebt sind haben sich kleine Tierchen zu den Leckereien vorgearbeitet und reichlich davon genossen. Alle TütenSuppen wurden probiert und von mir dann vernichtet. Nix mehr mit Zwiebel- ,Waldpilz- oder KartoffelSuppe: ade! Aber die anderen TütenGerichte sind zum Glück in härterem Plastik verpackt und undurchdringbar für die kleinen Freunde! Na, ist doch wenigstens was für mich übriggeblieben. Also alles abwischen und checken und dann wieder in die zwischenzeitlich begasten Packräume einpacken.  Zum Mittag gab es na klar ein TütenFertiggericht: Talline a la Carbonara. War lecker mit dem TütenRosé aus Spanien. So, dass war also Backbord hinter der Lehne - ach so: die angefangenen Müsli- und CornflakesTüten sind auch alle weg. Unter der Sitzbank sieht es viel besser aus und alles kann bleiben - auch die Backmischungen! Nur die SchokoKekse sind wohl mehrfach geschmolzen und daher auch noch ein Fall für den Müll. Einige GeleeBananen habe ich mir zum Frühstück morgen früh mitgenommen ........ und mal sehen, ob ich danach noch was berichten kann. Auf dem Bild sind nur ganz ganz wenige der hungrigen Viecher zu sehen. Ich hatte viel viel mehr davon!
Damit ich nicht vergesse, wo ich hier nun wohne: ein SchlafzimmerBlick sei allen gegönnt: täglich neue Bettwäsche und fließend kaltes Wasser auch unter der Dusche: hier geht das!