31. Januar 2011

Chichime Cays - 30.01.2011

Position:         Zwischen den beiden Inseln der Chichime Cays / San Blas
Wind:             15  kn N
Luft:               29 Grad und sonnig
Wasser           29 Grad angezeigt (2 zuviel)
 
Eigentlich spricht nur wenig dafür, nun Portobello zu verlassen und gleich bis auf die San Blas Inseln zu segeln/fahren: aber nur heute sollen wir passenden Nordwind um 10-15 kn haben, der morgen schon wieder auf die vorherrschende Richtung OstNordOst mit 15 - 20 kn drehen wird und das passt dann nicht mehr!! Die Strecke ist lang und ich muss überwiegend Richtung Osten und entweder laufe ich die Insel Linton an, die heute bereits nach 9 sm auftauchen wird und knüppel dann irgendwann 43 sm gegen den Wind an oder ich versuche heute mit aller Kraft durch zu kommen und noch im Tageslicht einen Ankerplatz zwischen den Riffen zu finden. Auch, wenn es anstrengend wird: ich entscheide mich für das Weiterfahren, denn schon heute mache ich gegen den Wind und die Wellen kaum Fahrt Richtung Norden - aber gleich dreht der Kurs ja auf Ost und dann rauschen wir davon! Ich muss unbedingt einen Schnitt von kurz unter 6 kn erreichen, damit das Licht ausreicht und das geht leider nur mit Vollzeug und Motor! So´n Schiet! Wat mutt, dat mutt!!! Plötzlich wird es Gustav, dem AutopilotenSteuermann, zu schwer und er versagt die Arbeit: ich muss ran und den Rest von Hand steuern, denn Antonio, der WindSteuermann, darf nur arbeiten, wenn der Motor nicht läuft. Sind noch 8 Stunden... So´n Schiet! Bei 2 m und mehr langer Welle bleibt nur wenig Pause fürs Getränkeholen.... Aber wir kommen an!! Wegpunkte in den Plotter (Navi) geben und sicher die Einfahrt finden, was nicht jedem gegeben ist: Ein Mahnmal liegt am Eingang - niemals nachts einlaufen!!!! Das Ankern bei 15 kn Wind als Solist ist eine Herausforderung im engen Becken mit 15 anderen Booten. Hier liegen wir nun wie in den Tobago Cays mit Blick über das Riff und Wasser bis Kuba: vor Wellen geschützt aber voll im Passatwind. Beim Herumeilen an Bord passiert es dann: 2 nebeneinander liegende Nähte der SprayHood lösen sich beim Abstützen auf und öffnen sich über gut 70 cm! So´n Schiet! Über 5 cm war sichtbar die eine Naht durchgescheuert und ich hatte gedacht, mit Tape weiteres Elend verhindern zu können...... aber nur bis heute - leider. Nadel und Faden sind an Bord, ebenso wie ein neues Getriebe für Gustav und "es gibt ja sonst nix zu tun"??
Und wieso steht hier noch nichts über die beiden tollen kleinen Inseln mit weißem Sandstrand und vielen Palmen drauf?? Ganz einfach: weil da auch die TouristenVersorgungsKomitees sitzen: Kuna, die von Reisenden versaut, das Geldverdienen entdeckt haben. Mal abwarten, wie sich das hier entwickelt, denn beim Ankommen um 17.30 Uhr sind 4 Einbäume und Boote unterwegs mit allerlei Kuna und Zeugs an Bord. Von Einsamkeit kann hier keine Rede sein, denn sie wohnen auf den eigentlich unbewohnten Inseln ... sicher nicht mit so vielen Menschen, um ein paar Kokosnüsse einzusammeln ..... sondern unseretwegen??

 

30. Januar 2011

Neue Bewegungen - 28.01.2011

Position:            in Portobello / Panamá
Wind:               20 knN
Luft:                 29 Grad und sonnig
Wasser:            28 Grad
 
Wir bewegen uns fort!! Es schaukelt wieder auf Mirmel und sie bewegt sich vorwärts!! Welch ein Glück.....
 
Pünktlich um 12.10 Uhr (die 10 Minuten Verspätung gehen auf Kosten des langsamen und dusseligen MarinaPersonals bei der EndAbrechnung - Nachfolger: passt auf den Strom auf!!) geht es nach 2 Runden Schwimmen im Pool mit anschließender SüßwasserDusche wieder los. Ich lege ab und Mirmel freut sich offensichtlich, wieder unterwegs zu sein, denn alles klappt bestens. Wir melden uns wie gehabt bei der "Cristobal Signal Station" und bekommen wie gehabt die Aufgabe, vorsichtig die Breakwaters zu passieren. Und dann merken wir, dass auch in das Wetter Bewegung gekommen ist: es pustet uns auf die Nase mit bis zu 23 kn!! Da wir zu spät für einen Kreuzschlag unterwegs sind: motoren!! Nach nur 20 sm fällt der Anker in der Bucht von Portobello (diesmal mit 2 "ll" - Landkarte: 1 und Seekarte: 2??) um 17.10 noch im Sonnenlicht. Im aufkommenden Wind bewegt sich Mirmel nun frei an ihrer Ankerkette und schwoit zum ersten Mal seit über 6 Wochen wieder! Durch Portobelo waren wir neulich mit dem Auto unterwegs - aber von See aus sieht es viel besser aus. Auch in die GeräuschKulisse ist Bewegung gekommen: hier hören wir kein BatterieLadegerät aber den Windgenerator, kein Knarzen der Leinen aber die Ankerkette, keine Passanten auf dem Steg aber Motorboote und Dinghis neben uns. Und nichts fehlt mir hier!! Wir liegen sicher und ruhig und erwarten nun die Nacht!! Den Gegenwind müssen wir soweit wie möglich abwarten - zumindest muss er etwas abnehmen.

 

28. Januar 2011

Weiter geht`s!! - 28.01.2011

In der ShelterBayMarina / Colon / Panamá
Wind:                         um 10 kn aus N   
Luft:                           wieder schön warm - 29 Grad- Sonne!!
Gefühlte Jahreszeit:     Sommer
 
Geschafft!! Das Visum für die USA ist angekommen und ich kann meine Reise fortsetzen - ENDLICH !!
 
Schnell noch eingekauft, Anne und Ari zum Abendessen eingeladen, alles wieder sicher verstaut, was in den letzten Wochen einfach mal so herumgestanden hat, Wassertank frisch gefüllt - gut, dass der Rohrbruch von gestern wenigstens am Steg Wasser gelassen hat - wenn auch eingeschränkt, Wäsche gewaschen und jetzt ist nur noch Decksarbeit dran, bezahlen und dann Leinen los - falls sie nicht schon festgewachsen sind.
 
 

26. Januar 2011

Doch durch den PanamáKanal! - 25.01.2011

In der ShelterBayMarina / Colon / Panamá
Wind:                         um 10 kn aus N   
Luft:                           wieder schön warm - 29 Grad- Sonne!!
Gefühlte Jahreszeit:     Sommer
 
Ich habe mich entschieden! Nun geht es doch durch den PanamáKanal Richtung Pazifik!!
 
Mit Eric hatte ich ja neulich Neuigkeiten ausgetauscht und sie betrafen die Durchfahrt durch den Kanal. Da ich bis Montag - am Sonntag ist keine Rückgabe möglich - den Mietwagen hatte, ging es eben erst ab Montag . Und Montag ist es nun auch für den Start geworden. Dazu habe ich aber auf die "Aroha" von Monika und Eric gewechselt und bin bei ihnen als "LineHandler" mitgefahren. Mirmel ist also immer noch am Steg! Tage vorher hatten sie mich eingeladen, denn neben dem Skipper müssen zwingend 4 weitere LineHandler an Bord sein, deren Aufgabe es ist, das Schiff in der Mitte der KanalSchleusenWände zu halten. Ich habe gerne zugesagt! Und so geht es am Montag um 13.30 Uhr los. Als erstes verholt man in eine Ankerregion vor der ersten Schleuse. 30 Minuten von der Marina entfernt. Dort angekommen, muss man sich anmelden, damit die "Adviser" (keine Lotsen) an Bord kommen, denn nur mit denen ist ein Transit möglich. Es wird schließlich spät und später und dunkel und der Adviser erscheint endlich. Anker auf und los geht´s: Nach 15 Minuten erreichen wir die Schleuse und müssen wieder warten und werden mit einem Katamaran (Breite 9,50 m) zu einem Päckchen verschnürt! Damit haben wir nur noch die SteuerbordLeinen und 2 Damen sind zu Helfern der LineHandler geworden. Der Adviser gibt guten Rat und wir dürfen endlich um 20.37 in die Schleuse Nr. 1. Dann mein Job: die AffenFaust mit der Hilfsleine übernehmen und an die SpezialPanamáKanalLeine (wird gemietet - denn so lange Leinen hat keiner von uns an Bord) anknoten und auf Kommando reichlich Leine kommen lassen, damit sie der Mitarbeiter der Kanalverwaltung an Land ziehen kann. Vorher hat er das Schiff zu Fuß an Land begleitet - immer die Hilfsleine in der Hand und das andere Ende an Bord. An einer geeigneten Stelle legt er nun unsere Leine über einen Poller und der LineHandler erhält genaue Anweisungen vom Adviser an Bord, ob gefiert oder dichtgeholt wird. Aller verläuft problemlos und wir passieren auf gleiche Weise nun die Schleusen 2 und 3 bergauf. Um 21.50 sind wir im GatunSee, der eigentlich ein aufgestauter langer Fluss ist. Blöderweise passiert uns ein Schlepper mit so viel Fahrt, dass das Päckchen reichlich zu schaukeln beginnt und die Fender zwischen den Schiffen - bestimmt mehr als 12! - reichlich arbeiten müssen. Einer reisst dann auch ab - vom Kat!! Es geht zur Nacht wieder getrennt von einander an die Boje und nach dem späten Abendessen und einem ManöverSchluck ab in die Falle! Ich bekomme eine SalonKoje und schlafe....naja.....wie alle anderen auch. Kurz ist die Nacht, denn um 5.45 erscheint der Skipper zum Wecken! Um 6.00 soll ein neuer Adviser an Bord kommen, denn der andere hat uns bei Erreichen der Boje verlassen. José kommt um 6.45 und wir gehen sofort auf die Fahrt durch den gut betonnten See. 3 Segler im GänseMarsch. Der GatunSee wurde durch das Aufstauen des Rio Chagres erzeugt und bildet das HerzStück des Kanals, der hier gar keiner ist, sondern dem Plöner See ziemlich ähnlich ist. Allerdings gibt es hier reichlich Regenwald am Ufer und die Brüllaffen sind auch zu hören. Eine ereignislose (zum Glück!!) Fahrt endet vor der nächsten Schleuse und alle 3 Schiffe werden nun zu einem Päckchen. Wir sind wieder steuerbords am Kat. Da er aber so viel länger ist als wir, entscheiden die Adviser: Bugleine zum Kat und Heckleine zu uns! Ich habe also die einzige Leine an Bord zu "handlen". Backbords des Kat passiert genau das gleiche, denn auch der Segler ist viel kleiner als der Kat. Nun geht es wieder von 26 m Höhe in 3 Etappen auf Meereshöhe und alles klappt prima! Niemals verheddert sich eine meiner Leinen und mit Erics Unterstützung hat alles noch besser geklappt. Auch er war nahezu arbeitslos, denn der Kat in der Mitte hat auch den Antrieb übernommen. Kurz nach 14.00 schwimmen wir also auf dem Pazifik - und siehe da: das Wasser trägt auch hier! Schön, wieder hier zu sein und wir gehen zur selben AnkerBucht, in der auch die "Forty-two" lag, die mittlerweile auf dem Weg zu den GalapagosInseln ist. Nach einem MittagsMahl werden die LineHandler verteilt - Rene und Helga zurück auf ihre Yacht "Amigo", die hier vor Anker liegt und ich zum DinghiSteg und das Abenteuer "PanamáKanal" geht zu Ende! Ich kenne ja diese Ecke und kehre zum Abschluß und zum Sackenlassen noch auf einen frischen Rotwein in eine Bar ein, nehme mir ein Taxi zum BusBahnhof und in Colon steige ich wieder in eine Taxe zur Marina. Die Kosten für den Transport übernimmt - traditionell - übrigens der Skipper des durchgeschleusten Schiffes. Mein Dank an Monika und Eric von der "Aroha" für diese Einladung und diese tolle Erfahrung. Euch beiden bei Eurer Tour um die Welt: allzeit gute Fahrt und immer die berühmte Handbreit!!
Um 20.30 bin ich wieder an Bord von Mirmel, die mir den Ausflug nicht verübelt hat. Nach Rücksprache mit Mirmel haben wir beide wieder beschlossen: nicht gemeinsam durch den Kanal und lieber wieder ab nach Hause!!

 

23. Januar 2011

Tierisch spannend - 22.01.2011

In der ShelterBayMarina / Colon / Panamá
Wind:                         um 5 kn aus N   
Luft:                           wieder schön warm - 29 Grad- Sonne!!
Gefühlte Jahreszeit:     Sommer
 
Heute geht es wieder früh hoch, denn ich will in den Urwald und endlich mal ein Faultier sehen - dazu frage ich erst einmal den "FaultierExperten" Ari von der "Seili", der sie regelmäßig ausmachen kann: nach dem VerbotsSchild noch 1 - 4 Bäume links: da hängen sie meist! Und was ist?? Eines sehe ich tatsächlich: hängt ganz oben in der Krone und kratzt sich gerade. Doch dann wird es übermäßig aktiv: hangelt sich im ZeitlupenTempo ganz langsam weiter - Tempo ist deren Sache wirklich nicht - und verschwindet nach etwa 4 Minuten hinter Geäst und Blättern. Ich weiß, wo es ist und finde es immer wieder, aber ziemlich versteckt!! Auch Anne und Ari finden heute mal keines! Nungut, weiter finde ich einfach nichts und beschließe mit dem Auto einige hundert Meter weiter zu fahren und höre die Brüllaffen. Das reicht als Indiz für einen Stopp. Ich steige aus und verhalte mich ganz ruhig: das fällt einem EinhandSegler ja mal richtig schwer, mal die Klappe zu halten. Jetzt gehe ich einen kleinen Feldweg hinein und entdecke sie: Affen! Ich bin ziemlich sehr nahe dran und gehe nun lieber nicht mehr weiter und gucke in die Höhe: überall sichte ich Brüllaffen und dann höre ich sie auch: wenn sie nicht brüllen, klingt ihr Laut wie das umgekehrte Grunzen der Schweine so ähnlich jedenfalls. Plötzlich setzen sich einige Richtung Boden in Bewegung und es überkommt mich ein GänseHautSchauer ...... Ich verhalte mich völlig ruhig und lausche den Geräuschen des Dschungels. Hier das Klappern der Äste und Rauschen der Blätter, das die Affen verursachen und dort ein merkwürdiger Vogel, der zu gurgeln scheint, drüben raschelt etwas in den grünen Blättern und hinter mir im Unterholz ein launiges Zischen. Junge, Junge, ist das spannend hier! Ich bewege mich lieber etwas zum Auto zurück, als ich merke, dass die Affen wohl überall sind. Insgesamt bemerke ich sicher 20 Affen in den Bäumen und dann höre ich sie auch deutlich: ein Stammesgenosse gibt offensichtlich Alarm: Er brüllt und für mich klingt es wie das Brüllen eines Löwen - aber die gibt es hier gottlob nicht!! Ein anderer antwortet und das ist ein tolles Concerto grosso! Welch ein Krach hier in der Stille. Ein Tucan mit leuchtendem Schnabel fliegt vorbei und das ist zu schnell für meine Kamera. Der leuchtend blaue große Schmetterling fliegt ebenfalls des Weges und immer hin und her und nichts für meine FotoAusrüstung - aber das Bild im Herzen bleibt unvergessen! Ich verabschiede mich von den Tieren hier, aber es fällt mir schwer, aus diesem UrwaldZoo zu gehen - zumindest fast 2 Stunden habe ich es wirklich genossen!!
2 Straßen haben es mir noch angetan: die westlich des Kanals: eine Siedlung aus US-Zeiten mit gutem Blick auf den GatunSee. Hier entdecke ich dann eine extrem scheue Gruppe von Tieren, von denen ich nicht weiß, wie sie wohl heissen können: etwa 10 Tiere verschwinden so rasch im Unterholz und vom Baum, dass ich nur noch einen mit der Kamera erwische. Und auf den östlichen Strecke sollen viele Dörfer und eine "Stadt" sein. Nun mal los! Schlaglöchern ausweichen und bergauf und bergab, dort die Abzweigung nach Pina und weiter geht´s. Tropischer Regenwald mit riesigen Farnen und Pflanzen entlang der Strecke, als ich bemerke: eine Tankstelle täte gut. Die Ausschilderung passt aber mit meinem Tacho nicht überein .... das eine sind (Land-)Meilen und das andere Kilometer. Faktor 1,6! Ich erreiche Pina und das Dorf entpuppt sich als Siedlung mit ca. 30 sehr einfachen Häusern am Meer. Frage ich doch mal einen Passanten nach der nächsten Tanke und er erklärt mir den Weg nach Colon. Danke, aber den kenne ich und so wird auch der Rückweg spannend - aber es reicht!! Schnell noch etwas Getränke bunkern und zurück zu Mirmel. Hoffentlich werde ich diesen Tag nie vergessen!!!
In der Marina noch schnell zur "Sail away" mit Anne und Werner, die mir einen PanamáStraßenPlan geliehen hatten - zurück! - und bei "Seili" vorbei mit Anne und Ari, um mich für den Tipp zu bedanken und auf dem Weg treffe ich Eric von der "Aroha", mit dem ich Neuigkeiten austausche.........auch ein EinhandSegler ist nicht immer ganz allein - nur meistens! Manchmal telefoniere ich sogar (täglich mit zu Hause)!!
Am Rande: Mirmel hat sich in eine schwimmende Bar verwandelt - spätenstens seit Panamá City: spanischer Brandy, griechischer Ouzo, portugiesischer Porto, brasilianischer Cachassa (das Wort konnte ich noch nie!), panamanesischer Rum (3 Sorten), lokaler Gin, (nicht zu vergessen die Wunder der Tiefe des Stauraumes - da ist bestimmt noch was!), Weine vieler Kontinente und Berge von Säften vieler auch exotischer Früchte nebst reichlich Cola, Fanta, Sprite, Tonic und reichlichst Wasser befinden sich an Bord: ist ja keine "Tour des Leidens" hier!  Bier für Gäste steht sowieso immer kalt und im Nachschub. Das Einkaufen könnte (wird!!) wieder schwieriger werden und die kleine "DurstStrecke" muss einfach überwunden werden.......  ;-))) Prost!!
 
 
 

 

21. Januar 2011

Pazifik - 20.01.2011

Ich:                            Am Pazifik in Panamá City
Mirmel:                       Im Atlantik in der ShelterBayMarina / Colon / Panamá
Luft:                           30 und mehr Grad
Gefühlte Jahreszeit:     Sommer
 
Ich wache nicht auf Mirmel auf und das ist auch gut so, denn dort habe ich mich auch nicht gebettet. Stattdessen bin ich nach dem gemeinsamen Essen mit Mercedes und Carsten am "Flamenco Yacht Club" mit guter Aussicht auf die Schiffe in "meinem" Hotel mit Blick auf den Pazifik aufgewacht. Schön war es mal wieder an Land zu schlafen und ein riesig breites Bett zu haben und ein so großes Zimmer, dass ich bequem Mirmel hätte mitnehmen können. Aber hier ist es auch wieder schön, an Bord zu sein und das Wohlergehen von Mirmel zu erleben - und meine SchlafFläche ist auch nicht gerade klein! Nachdem ich heute morgen ein relativ gutes Frühstück und eine tolle Dusche genieße, mache ich mich also auf den Weg zur Botschaft der USA. Parke draußen vor und mache mich auf den Weg durch die Kontrolle. Alles klar. Dann zum EmpfangsSchalter zum Kontrollieren der erforderlichen Papiere. Ein Foto wird gar nicht gebraucht - alles vergebens! Nach einigen Minuten Wartezeit: "Nummer 804" spricht an Fenster 5 vor! Das bin ich. Wieso habe ich eigentlich keine DoppelNull vorweg?? "004" wäre doch auch o.K....Alle FingerAbdrücke werden elektronisch genommen. Ich packe alle Papiere, die von zu Hause per Mail gekommen sind, aus und beantworte nur die Frage: Warum wollen sie ein Visum? Nungut, ich erkläre, warum und dann blättert der Officer in meinem Pass fragt nach Mirmel (Typ und Größe) und dem weiteren Weg und KEINE (!!) der mitgebrachten Unterlagen werden überhaupt angeguckt: alles vergebens! Der Pass mit all seinen ganz vielen Stempeln dieser und der vorangegangenen Reisen - ein russisches Visum ist auch drin! - ist so interessant und dann stelle ich die Frage und er antwortet: er ist auch Segler auf dem Boot seines Bruders. Noch schnell eine KontrollFrage, die ich elektronisch längst beantwortet hatte: Waren Sie schon mal in den USA? Ja! Dann stellt er mir ein 10-Jahres-Visum in Aussicht für jeweils 6 Monate pro Jahr und schickt mich zum DHL-Schalter, wo ich meine VersandAdresse und meine TelefonNummer (zum Glück habe ich eine Prepaid-Mobil-Nr. hier in Panamà) hinterlege und dann in ca. 1 Woche meinen Pass mit Visum wieder erhalten soll. Das wars. Am längsten hat das bei DHL gedauert, obwohl der Mitarbeiter flott dabei ist. Auf einem Foto ist übrigens ein mobiler Stand zu sehen, der verspricht, die richtigen Fotos zu machen und bei der online-Ausfüllung der Formulare zu helfen: reichlich Zuspruch!
 
Dann fahre ich durch Panamá City und erlebe ein freundliches VerkehrsChaos fahre zufällig durch die renovierte Altstadt, an der StrandPromenade entlang und wieder zurück und erreiche dann irgendwann die wohl einzige Brücke über den Kanal - und fahre direkt in den Stau auf dem Weg zurück - Pech!  Aber interessant. Nun schnell noch einkaufen und dann rasch zurück, denn ab 4 Uhr nachmittags steht wieder der Verkehr. Schön, dass ich nun weiß, dass Menschen in Panamà-Festland auch lächeln können, freundlich sein können und sehr hilfsbereit - Müll gibt es nur sehr selten in den Straßen. Aber es bleibt: 1 Land, zwei Ozeane und zwei Gesichter! Pazifik ist klar besser!! Sollte ich doch lieber durch den Kanal fahren?????? Na, mit Mirmel jedenfalls nicht.......